Grünland mit aufgewickeltem Bewässerungsschlauch
Christel Grommel | am

Erneute Futtersorgen bei den Milchviehbetrieben

Die Milchviehbetriebe sind erneut um die Futtervorräte für ihr Vieh besorgt. Das trockene Frühjahr hat zu einer viel zu geringen Grasernte geführt. Landwirte reagieren mit mehr Roggenanbau und einer Ausdehnung der Silomaisfläche.

Niedersachsens Landwirte haben auf die extremen Witterungssituationen der vergangenen Jahre reagiert und weniger Weizen, dafür mehr Roggen angebaut. Zudem fiel die Futtergewinnung höher aus. 

Die Winterweizenfläche für die Ernte 2020 wird mit 360.000 ha um gut zehn Prozent kleiner ausfallen als im Vorjahr. Der Roggenanbau erhöhte sich um 12,5 Prozent auf 150.000 ha. Der Roggen kann von allen Getreidearten am ehesten mit der Sommertrockenheit zurechtkommen, er ist traditionell auf den leichten Sandböden Niedersachsens zu Hause.

Die Milchviehhalter wollen endlich ihre knappen Futtervorräte wieder aufstocken und dehnen die Silomaisfläche aus, die Futterpflanze wächst auf 522.300 ha. Ackergras und Wiesen weisen ebenfalls ein leichtes Plus auf, insgesamt ist die Fläche für das sogenannte Raufutter mit knapp 730.000 ha gegenüber dem Vorjahr nahezu stabil.

Ende April wurde bereits vermehrt Wintergetreide grün einsiliert, damit knappe Futtervorräte aufgefüllt werden konnten. Aufgrund der geringen Grasernte wurde die teure Erzeugung des Futters in Kauf genommen. 

Nur der Februar brachte ergiebige Niederschläge, Januar, März und besonders der April fielen viel zu trocken aus. Der Mai brachte bislang ebenfalls nicht genug Regen. Landwirte, Waldbesitzer und Gärtner sehnen sich dringend nach ergiebigen Mainiederschlägen.

Mit Material von Landvolk Niedersachsen

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