Erntehelfer ernten Feldsalat
Anne-Maria Revermann | am

Erntehelfer: Weiterhin Beschäftigung möglich

Die Corona-Sonderlösung für Erntehelfer läuft in der nächsten Woche aus. Es soll aber eine Anschlussregelung geben.

Landwirte in Deutschland können über das Frühjahr hinaus ausländische Saisonkräfte einsetzen - mit weiteren Schutzvorgaben wegen der Corona-Pandemie. Das sieht ein Konzept vor, das Bundesagrarministerin Julia Klöckner an diesem Mittwoch (10. Juni) im Kabinett vorstellen will.

Sonderregelung läuft aus

Es soll die weitere Beschäftigung von Erntehelfern in den nächsten Monaten absichern. Denn am kommenden Montag läuft eine Sonderregelung aus, die trotz allgemeiner Corona-Beschränkungen an den Grenzen die Einreise von bis zu 80.000 Saisonkräften per Flugzeug ermöglichte.

Die Bundesregierung hatte bereits signalisiert, dass es eine Folgeregelung dafür geben soll. Ab kommendem Dienstag (16. Juni) sollen Saisonkräfte aus EU-Staaten auf dem Landweg und per Flugzeug ohne die bisherigen Beschränkungen nach Deutschland einreisen können, heißt es in dem Konzeptpapier.

Das gilt es zu beachten

Das sind die wichtigsten Punkte aus dem Konzeptpapier:

Erleichterte An- und Abreise:

  • Wegen der entfallenden Einreisebeschränkungen ist die Einreise von Saisonarbeitskräften auf dem Luft- und Landweg möglich.
  • Für Einreisende aus Drittstaaten gelten die jeweils gültigen Einreisebestimmungen.

 

Strenger Infektionsschutz im Betrieb:

  • In den Betrieben sind kleine, feste Teams zu bilden: Es gilt generell der Grundsatz: „Zusammen Wohnen – Zusammen Arbeiten“.
  • Die Einteilung in feste Teams von Anfang an hilft, das Infektionsrisiko zu minimieren.
  • Die Einteilung von Beschäftigten aus der Umgebung in andere Teams als Beschäftigte, die auf dem Betrieb untergebracht sind, verringert das Infektionsrisiko ebenfalls.
  • Die Arbeitgeber stellen sicher, dass die Beschäftigten untereinander so wenig wie möglich in Kontakt kommen und die notwendigen Abstände eingehalten werden können.
  • Auch bei allen arbeitsbezogenen Kontakten sollen Sicherheitsabstände von mindestens 1,5 Meter eingehalten werden. In jedem Fall müssen diese Abstände zwischen den verschiedenen Teams vor Ort eingehalten werden.
  • Werden Bereiche in den Unterkünften von mehreren Teams gemeinsam genutzt, z.B. Sanitärräume, Küchen, soll geregelt werden, dass Kontakte der einzelnen Beschäftigtengruppen untereinander unterbleiben.
  • Im Falle einer Erkrankung ist das gesamte Team sofort zu isolieren. Erkrankte Mitarbeiter sind von den anderen getrennt unterzubringen. Die Erkrankung ist dem örtlichen Gesundheitsamt zu melden, wobei der Arbeitgeber die relevanten Informationen bereithält.
  • Weitere spezielle Infektionsschutzmaßnahmen bei Arbeit, Transport und Unterbringung der Saisonarbeitskräfte ergeben sich für die Betriebe aus der durch die Sozialversicherung Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) konkretisierten Arbeitsschutz-Regeln nach dem SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard: https://www.svlfg.de/corona-saisonarbeit (Informationen für Unternehmer).

 

Meldung und Kontrolle vor Ort:

  • Der Arbeitgeber zeigt die Arbeitsaufnahme der Saisonarbeitskräfte vor Beginn bei der örtlichen Gesundheits- und Arbeitsschutzbehörde an.
  • Die Kontrollverantwortung liegt bei den örtlichen Behörden.

 

Erleichterte Rückverfolgbarkeit im Infektionsfall:

  • Durch die Vorgabe an die Betriebe, die Adressdaten und die Rück- bzw. Weiterreise der Saisonarbeitskraft sowie die Team- und Wohnbelegung zu erfassen, wird die Rückverfolgbarkeit erleichtert.
  • Im Infektionsfall legt der Arbeitgeber diese Liste dann dem örtlichen Gesundheitsamt vor.
  • Die Daten sind vier Wochen nach Abreise zu vernichten.

 
Geltungsdauer:

  • Die Regelungen gelten vom 16. Juni bis einschließlich 31. Dezember 2020.
  • Aktuelle Änderungen des Pandemiegeschehens führen zu einer vorzeitigen Beendigung oder Anpassungen der Regelungen.

Das gesamte Konzeptpapier finden Sie hier: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Landwirtschaft/konzept-saisonarbeitskraefte-corona-200610.html

Apfel- und Kirschenernte stehen an

Die Bundesregierung hatte Anfang April wegen drohender Engpässe auf den Feldern die Einreise von insgesamt bis zu 80.000 Saisonkräften im April und Mai per Flugzeug erlaubt und die Regelungen dann bis zum 15. Juni verlängert. Das Kontingent wurde aber nicht ausgeschöpft - bis zum 3. Juni kamen 38.967 Saisonkräfte.

Damit verbunden sind Vorgaben zum Gesundheitsschutz wie Quarantäneregeln, Abstand, eine verringerte Belegung von Unterkünften und das Arbeiten in festen Gruppen. Julia Klöckner mahnte eine strikte Einhaltung der Vorgaben an.

Auf den Feldern stehen nun zum Beispiel der Beginn der Kirschenernte und andere wichtige Arbeiten etwa beim Apfelanbau an.

Mit Material von BMEL, dpa

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