Feldberegnung Acker
Werner Raupert | am

Feldberegnung in Niedersachsen ein voller Erfolg

Im Dürrejahr 2018 liefen die Beregnungskanonen auch in Niedersachsen häufig. Das forderte die Betriebe, hat sich aber ausgezahlt.

Durch die lang anhaltende Trockenheit sind die Beregnungskanonen im Dürrejahr 2018 in Niedersachsen monatelang durchgelaufen. Das hat die Betriebe voll gefordert.

Der Fachverband Feldberegnung zog jetzt eine Bilanz.

Niederschlagsdefizite und hohe Verdunstungsraten

Das historisch trockene Jahr 2018 habe alle Rekorde gebrochen. In 2018 kam neben den von Mai bis in den Oktober andauernden Niederschlagsdefiziten in Höhe von minus 40 bis 65 % noch ein gravierender Faktor hinzu: Die hohen Verdunstungsraten. Das erläuterte Ekkehard Fricke, Geschäftsführer des Fachverbandes Feldberegnung, jetzt auf der Jahresmitgliederversammlung des Verbandes in Uelzen.

Verdunstungsrate überschritt Mittelwert

Die Werte von Mai bis September lagen Monat für Monat um mehr als 40 % über dem langjährigen Mittel. In zwei Monaten überschritt die Verdunstungsrate sogar bei sehr hohen Temperaturen den Mittelwert um rund 80 %.

Die klimatische Wasserbilanz (3. April bis 1. Oktober) fiel daher mit Rekordwerten von z.B. – 661 mm an der Messstelle in Lüchow, -562 mm in Uelzen, -538 in Hameln oder  –540 mm in Braunschweig dramatisch schlecht aus.

Winterniederschläge können Wasserdefizit nicht ausgleichen

In den angrenzenden Messstellen in Sachsen-Anhalt fiel das Defizit mit z.B. -672 mm in Gardelegen sogar noch höher aus. Beunruhigend ist, dass die bisher gefallenen Winterniederschläge dieses große Wasserdefizit bisher bei weitem noch nicht ausgleichen können.

Bis 2 Meter Tiefe trocken

So hat das Helmholtz-Institut ermittelt, dass auch die besseren Böden aufgrund der langen Dürre bis in knapp 2 m Tiefe trockengefallen waren. Laut Fricke wird es mehrere Jahre dauern, ehe bei normalen Winterniederschlagsmengen wieder in solchen Tiefen Sickerwasser ankommt.

Während die bisherigen Regenfälle auf den leichten Böden ausgereicht haben, um die Dränagen zum Laufen zu bringen, seien die Böden in der Börde bisher nur bis zu einer Tiefe von 50 bis 70  cm durchfeuchtet.

Beregnung in Dürrejahr wichtig

Wie wichtig die Beregnung in diesem Dürrejahr war, belegen die Daten vom Versuchsfeld der LWK Niedersachsen in Hamerstorf. Dort werden die Kulturen ohne, mit reduzierter und optimaler Beregnung getestet.

Die Verdunstungsrate lag auch in Hamerstorf mit teilweise 6 mm pro Tag weit über dem Durchschnitt von 4 mm am Tag. In der optimalen Versorgungsvariante sind in Kartoffeln zehn Wassergaben, in Zuckerrüben neun und in Weizen sieben Gaben erfolgt. In der optimalen Versorgungsstufe entsprach das einem Wasserbedarf von fast 200 mm, in der reduzierten Variante war es nicht viel weniger.

Kulturen: Eindeutige Ergebnisse

Die Ergebnisse sind eindeutig. Die Kulturen haben ohne Beregnungsgaben meist nur etwa 50 % des Ertragsniveaus der optimal versorgten Varianten erreicht. Die optimalen und reduzierten Varianten brachten relativ gute Erträge, ohne Beregnung fielen die Erträge auf dem leichten Standort schlecht aus. Das spiegelt sich auch in der Praxis so wider.

Die Maßnahmen waren hoch wirtschaftlich. Während Sommergerste, Speisekartoffeln und Silomais bei intensiver Beregnung die höchste variable beregnungskostenfreie Leistung erzielten, war es bei Wintergerste, Winterweizen und Zuckerrüben wirtschaftlicher, mit reduzierten Beregnungsmengen zu arbeiten.

Speisekartoffeln, Zuckerrüben und Weizen

Bei Speisekartoffeln konnte die variable beregnungskostenfreie Leistung in der intensiven Variante gegenüber unberegnet auf über 7.000 €/ha, bei Zuckerrüben um 940 €/ha und bei Weizen um 500 €/ha gesteigert werden. !Insgesamt hat sich die Beregnung massiv in einer Ertrags- und Qualitätssteigerung ausgezahlt!, lautete das Fazit von Fricke. Zusätzlich wird durch die Beregnung auch die Sickerwasserqualität verbessert.

Konkurrenz um Wasserrechte nimmt zu

Die Konkurrenz um Wasserrechte nimmt weiter zu, ebenso wie der potenzielle Beregnungsbedarf in den nächsten Jahrzehnten. Bis 2021 lässt das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium ein Wasserversorgungskonzept erarbeiten, um eine langfristige Versorgung mit Wasser sicherzustellen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 7/19.

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