Blühstreife und Straße

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Josef Koch | am

Flächenverbrauch: Zielmarke 30-Hektar ist schon im Juli erreicht

Am Freitag (22.7.) war der „30-Hektar-Tag“ des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). Eigentlich sollte der Flächenverbrauch bis Ende des Jahres reichen, ist aber schon jetzt "verbraucht".

Erneut fällt der sogenannte „30-Hektar-Tag“ des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) in den Juli, und zwar auf den 22. Juli. Den Aktionstag für nachhaltiges Flächenmanagement hat die Naturschutzorganisation 2011 ins Leben gerufen. Bedeutet konkret: Eigentlich sollte der Flächenverbrauch bis Ende des Jahres und nicht wie jetzt nur ein halbes Jahr reichen. Daher fordert der Nabu konsequentere Maßnahmen gegen den „ungezügelten Flächenfraß“.

Der Aktionstag fällt jedes Jahr auf den Tag, an dem die für das 30-Hektar-Ziel der Bundesregierung verfügbare Fläche für das gesamte Jahr aufgebraucht ist. Im vorigen Jahr war es der 30. Juli, im Jahr 2020 der 14. Juli und 2019 der 8. Juli.

Jeden Tag 54 Hektar Boden zerstört

Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller erinnerte daran, dass in Deutschland jeden Tag durchschnittlich 54 Hektar Boden für den Bau von Straßen, Gewerbegebieten und Wohnhäusern zerstört würden. 54 Hektar entspricht einer Fläche, die etwa so groß wie 77 Fußballfelder ist.

Eine echte Trendumkehr beim Flächenverbrauch sei nicht zu erkennen. Die Bundesregierung sei meilenweit davon entfernt, ihr selbst gesetztes Ziel eines täglichen Flächenverbrauchs von maximal 30 Hektar bis 2030 zu erreichen.

Nach Einschätzung des Nabu-Bundesgeschäftsführers kann der vom Gesetzgeber vorgegebene sparsame Umgang mit der Ressource Boden „nur allzu leicht umgangen werden“. Es würden reihenweise riesige Logistikimmobilien in die Landschaft gesetzt, deren Flachdächer dann noch nicht einmal mit Dachbegrünung oder Solaranlagen versehen würden. Dabei müsste auch die Wirtschaft ihren Beitrag leisten.

Nabu: Flächenverbrauch fördert Artensterben

Es brauche ein stärkeres Bewusstsein für die Folgen des ungebrochen hohen Flächenverbrauchs, der das Artensterben und die Ressourcenknappheit befördere und die Bewältigung der Klimakrise erschwere, so Miller. Er hält konkrete Reduktionsziele, einen verbindlichen Grünflächenschutz und die Modernisierung veralteter Vorschriften des Baurechts für nötig. Daneben müssten die bereits beanspruchten Flächen effektiver genutzt werden.

Mit Material von AgE
Bauernprotest-Nitratbelastung-Grundwasser-Niederlande

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