Futtermittel-Hygiene-Futtermittelhygiene-Ferkel-Schweine
LAVES Niedersachsen, Dezernat 41, Futtermittelüberwachung | am

Futtermittelhygiene-Verordnung: Wichtiges zur Registrierungspflicht

Das LAVES als Überwachungsbehörde erhält täglich Fragen von Betrieben zur Registrierung nach der Futtermittelhygiene-Verordnung. Wir haben die wichtigsten Antworten anhand von Beispielen zusammengetragen.

Das Dezernat 41 des Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) ist in Niedersachsen und Bremen die zuständige Behörde für die Futtermittelüberwachung. Sie kontrolliert kleine und große Mischfutterhersteller, den Handel und – im Zusammenhang mit Cross Compliance (CC) – auch landwirtschaftliche Betriebe.

Registrierung ist Pflicht seit 2006

Bei den CC-Kontrollen fragen die LAVES Mitarbeiter immer als erstes nach der Registrierung des Betriebs gemäß Futtermittelhygiene-Verordnung (VO (EG) 183/2005) sowie nach dem Bezug von Futtermitteln nur von ebenso registrierten Betrieben. Diese Registrierung ist für Futtermittelunternehmen seit dem 1. Januar 2006 Pflicht, um Lieferketten „vom Stall bis zum Teller“ rückverfolgen zu können. Anhand von Fragen und Beispielen erhalten Sie hier die wichtigsten Informationen zur Registrierung:

Beispiel: Eine Familie, mehrere Betriebe

  • Beispiel: Ein Familienbetrieb, der noch auf den Namen des vor kurzem verstorbenen Großvaters läuft, betreibt Sauenhaltung mit Ferkelaufzucht. Seit neuestem, nach Fertigstellung des Maststalls vor fünf Monaten, wird auch Schweinemast betrieben. Für diesen Betriebszweig haben Vater und Tochter gemeinsam eine GbR gegründet.

Zuerst muss die Veränderung im Ursprungsbetrieb (Sauenhaltung, Ferkelaufzucht) vom Großvater auf den jetzigen Betriebsleiter oder die Betriebsleiterin an das LAVES gemeldet werden. Die GbR von Vater und Tochter ist nicht grundsätzlich registrierungspflichtig. Den Fall „eine Familie, mehrerer Betriebe“ kommt regelmäßig vor. Meist sind es steuerliche Gründe, die Familien dazu bewegen, einen großen Betrieb in mehrere kleinere Betriebe aufzuteilen. Diese „neuen“ Betriebe sind registrierungspflichtig, wenn:

  • Flächen mit dem Ziel der Futtermittelerzeugung bewirtschaftet werden
  • eine Mischanlage betrieben wird oder
  • dieser neue Betrieb Futtermittel gemeinschaftlich für alle Betriebsteile einkauft und dann weiterberechnet.

    Neuer Stall außerhalb alter Hofstelle

    • Beispiel: Ein Familienbetrieb mit Milchviehhaltung, Nachzucht und Bullenmast hat einen neuen Laufstall errichtet – aber nicht an der alten Hofstelle, sondern einige hundert Meter weiter, direkt an den Weideflächen. An der alten Hofstelle bleiben Nachzucht und Bullenmast.

    Solange der neue Stall ein separater Stall mit eigener HIT-Nummer ist, der aber zu einem, bereits korrekt registrierten Betrieb gehört, ist der neue Stall nicht gesondert registrierungspflichtig. Einzige Ausnahme: Es befindet sich dort eine fest installierte Mischanlage.

    Futter für andere Betriebe mischen

    • Beispiel: Ein Betrieb ist vom Vater auf den Sohn übergegangen, diese Änderung wurde dem LAVES mitgeteilt. Der Betrieb hält unter anderem Gänse, bezieht das meiste Futter vom Handel und mischt zudem gelegentlich noch Körnerfutter aus dem eigenen Getreide auf der eigenen Mischanlage selbst. Nun fragt jemand aus dem Bekanntenkreis an, ob man für ihn nicht ab und an etwas Hühnerfutter mitmischen könnte.

    Solange nur für den eigenen Betrieb gemischt wird, bleibt der Betrieb ein sogenannter Primärerzeuger, muss allerdings mitteilen, dass er Selbstmischer ist. Es gelten die Anforderungen aus dem Anhang I der Futtermittelhygieneverordnung, zusammengefasst: gute fachliche Praxis, Fütterungshygiene und Buchführung.

    Sobald der Betrieb das selbstgemischte Futter allerdings an Dritte abgibt, fällt er unter den Anhang II. Anhang II stellt alle Anforderungen an einen landwirtschaftlichen Betrieb, wie sie auch an einen (anderen) gewerblichen Futtermittelhersteller gestellt werden. Die Verordnung macht grundsätzlich keinen Unterschied, wieviel oder was oder für wen hergestellt wird. Der Anhang II fordert also erheblich mehr als der Anhang I, unter anderem

    • einen schriftlichen Qualitätskontrollplan
    • ein HACCP-System
    • Rückstellmuster von Rohwaren und hergestellten Partien.

    Die Notwendigkeit, sich als Hersteller zu registrieren, besteht nicht nur, wenn beispielsweise für einen Nachbarbetrieb gemischt wird, sondern auch, wenn ein Teilbetrieb nach einer steuerlichen Trennung für einen anderen Teilbetrieb mischt. Wenn also der Betrieb aus dem Beispiel wächst und in zwei steuerlich getrennte Betriebe aufgespalten wird und einer der Betriebe mischt für den anderen Teilbetrieb mit, dann muss der mischende Betrieb als Hersteller registriert werden.

    Trocknungsdienstleistung anbieten

    • Beispiel: Die Seniorchefin eines Betriebes behält das Wohnrecht in ihrem Haus und überlässt ihrem Neffen den landwirtschaftlichen Betrieb. Dieser verpachtet alle Flächen und entscheidet sich nur, die alte Trocknung in der Scheune technisch auf den neuesten Stand zu bringen und für Landwirte der Region eine Trocknungsdienstleistung anzubieten.

    Trocknungs-Dienstleistung für Futtermittel müssen beim LAVES registriert werden und es gilt Anhang II der Futtermittelhygieneverordnung, wie bei jedem anderen Hersteller auch. Sofern mit der Anlage außer Getreide auch Grünfutter oder Lebensmittel mit dem Zweck der Futtermittelherstellung trocknen, bedarf es zusätzlich einer Zulassung nach der Futtermittelverordnung.

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