Gruene-Berufe-Niedersachsen
Hilke Lehmann | am

In den Grünen Berufen fehlen die Arbeitskräfte

Wer eine Ausbildung in den Grünen Berufen macht, hat gute Berufsaussichten. Andersherum haben Betriebe zunehmend Probleme, Fachkräfte zu bekommen. Offene Stellen sollten daher unbedingt der Arbeitsagentur gemeldet werden.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den Grünen Berufen ist von 2013 bis 2018 kontinuierlich gestiegen, um rund 10.000 Arbeitnehmer. Leider ist das nicht ganz so gut, wie es zunächst klingt. Denn qualifizierter Nachwuchs fehlt. Der Arbeitnehmer- und Inklusionsberater Brandner von der LWK Niedersachsen fasst dies so zusammen: „Der Ruf nach qualifizierten Mitarbeitern wird lauter. Besonders im landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Bereich ist die Lage im Vergleich zu anderen Branchen angespannt.“

Woher kommt der Mangel?

Die Zahl der Ausbildungsverhältnisse ist rückläufig. 2011 gab es in Niedersachsen noch knapp über 6.000 Azubis in den Grünen Berufen. 2019 waren es noch 5.391. LWK-Berater Berufsbildung Pferde- und Tierwirte Schwenker sieht dafür zwei Gründe: „Ursache für den Rückgang ist zum einen der demografische Wandel, zum anderen lässt sich seit 2013 ein stärkerer Trend zum Studium beobachten.“

In den nächsten 20 Jahren würde sich das Problem noch verschärfen, denn es stünden in diesem Zeitraum rund acht Millionen weniger Arbeitskräfte im erwerbsfähigen Alter zur Verfügung. Das entspricht der aktuellen Einwohnerzahl Niedersachsens.

 

Die Suche nach Arbeitskräften wird schwieriger

Nach Einschätzung des Kammerberaters Brandner wird es deshalb besonders für Betriebe in der Landwirtschaft zunehmend schwieriger werden, qualifizierte Arbeitskräfte zu bekommen.

Die Zahlen des Arbeitsmarktreportes der Bundesagentur für Arbeit (BfA) bestätigen diese Annahme: In Niedersachsen kamen 2013 auf jede gemeldete offene Stelle in Land-, Forst- Tierwirtschaft und Gartenbau rund 13 potenzielle Arbeitskräfte. In 2019 waren es noch 5,3 – weniger als die Hälfte.

Und diese Zahlen beziehen sich nicht nur auf qualifizierte Arbeitssuchende, sondern auch diejenigen, die sich einen Grünen Beruf vorstellen können. Das bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass sie dafür auch geeignet sind. So kommen nur wenig abgeschlossene Arbeitsverträge zustande.

Qualifizierte Kräfte werden rar

Die Zahlen der BfA für qualifizierte Kräfte in den Grünen Berufen sprechen eine deutliche Sprache: 2015 gab es deutschlandweit 4,5 Fachkräfte pro ausgeschriebene Stelle – 2019 waren es nur noch 1,7. In Niedersachsen waren es 2015 2,8 verfügbare Fachkräfte, 2019 nur noch 1,6. Im Kreis Osnabrück sieht es mit 0,8 Arbeitssuchenden pro Stelle noch schlechter aus. Weitere Brennpunkte sind diesbezüglich die Landkreise Vechta und Bad Bentheim.

Offene Stellen unbedingt melden

Brandner rät Betrieben daher, ihre offenen Stellen unbedingt bei der Arbeitsagentur zu melden. Nicht nur, damit Bewerber aufmerksam werden, sondern auch, weil dies wichtig für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen ist. Denn diese basieren auf den gemeldeten Zahlen – dazu gehören auch wichtige Maßnahmen wie Qualifizierungen von Arbeitssuchenden für die Grünen Berufe.

Aktuelle Zahlen zur Landwirtschaft wird die europaweite Landwirtschaftszählung 2020 liefern. Diese hat eine Bestandsaufnahme der Agrarstruktur in ganz Europa zum Ziel. In Niedersachsen werden rund 44.100 auskunftspflichtige Betriebe ab einer bestimmten Größe seit Mitte Februar 2020 vom Landesamt für Statistik Niedersachsen um Auskunft gebeten.

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