Heizöl Lastwagen - Heizölpreise fallen

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Dr. Olaf Zinke | am

Heizölpreise fallen wie ein Stein – Ölpreisdeckel und Folgen

Die Rohölpreise und die Gasölpreise fallen auf neue Tiefstände. Die Preise für Heizöl und Diesel fallen mit. Gasöl ist das wichtigste Vorprodukt für die Herstellung von Heizöl und Diesel und bestimmt wesentlich die Preisbildung bei diesen beiden Produkten.

Anfang Dezember einigten sich die EU und die G-7 auf eine Preisobergrenze von 60 USD pro Barrel für russisches Rohöl. Die mittelfristigen Auswirkungen sind für die meisten Analysten und Ökonomen aber unklar und werden offenbar auch von anderen Effekten am Ölmarkt (China) überlagert. Im Moment fallen die Preise für Rohöl, Gasöl und Heizöl jedoch drastisch.

Fakt ist zudem: Die Obergrenze soll Unternehmen daran hindern, Versand-, Versicherungs- und damit verbundene Dienstleistungen für den Import von russischem Öl anzubieten. Ausnahme wäre lediglich, wenn dieses Öl unter der 60-USD-Preisobergrenze gehandelt würde. Das ist derzeit nicht sehr wahrscheinlich.

Am Dienstag (06.12.) wurde russisches Ural-Rohöl mit knapp 62 USD pro Barrel notiert, was bedeutet, dass die Preise seit voriger Woche um etwa 7 USD gefallen sind. Das ist ein ähnlich starker Rückgang wie die übrigen Ölpreise WTI oder Brent. Rohöl der Sorte Brent wird am Dienstag Nachmittag mit 81,4 USD je Barrel gehandelt und damit 1,30 USD billiger als am Montag und 6,60 USD billiger als in der vorigen Woche.

Die Preisobergrenze müsste eigentlich die Versorgungs-Probleme verstärken, die zeitgleich durch das Embargo der EU auf den Import von russischem Rohöl auf dem Seeweg (für die EU-Länder) entstehen.

"Das Embargo wird wahrscheinlich die Marktversorgung einschränken, da die EU das Rohöl dann von anderswo beziehen muss", sagte der Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch gegenüber Reuters.

Russland hat zudem seine Absicht erklärt, sein Öl an niemanden zu verkaufen, der der Preisobergrenze zustimmt.

Reuters berichtet indessen, dass Russland sein Rohöl am fernöstlichen Hafen Kozmino auf den asiatischen Märkten für rund 79 Dollar pro Barrel verkauft hat – fast ein Drittel höher als die Preisobergrenze, die von den G7 und der Europäischen Union für russisches Öl festgelegt wurde.

Heizölpreise fallen auf neue Tiefstände

Wer erwartet hat, dass die Preise für Gasöl und Heizöl durch Embargo und Preisdeckel steigen, muss überrascht feststellen, dass derzeit genau das Gegenteil passiert. Die Preise für Gasöl – dem wichtigsten Vorprodukt von Heizöl und Diesel – fallen drastisch.

Am Terminmarkt stürzte der Januarkontrakt für Gasöl im laufenden Handel am Dienstag um weitere 34 USD nach unten auf nur noch 854 USD je Tonne. Das sind um 186 USD je Tonne oder fast 20 % niedrigere Gasölpreise als noch im November.

Und die Heizölpreise folgen den abstürzenden Gasölpreisen steil nach unten, auch wenn der Euro zuletzt etwas aufgewertet hat. Am Dienstagmorgen (06.12.) kostete Heizöl im Bundesmittel 122,2 Euro je 100 Liter, berichtet der Branchendienst Tecson. Das sind 1,50 Euro weniger als am Montag.

Das Heizölportal esyoil meldet am Dienstagnachmittag dann nur noch einen Heizölpreis von 117 Euro je 100 Liter. Damit bewegen sich die Angebotspreise jetzt auch unter ihrem letzten Tiefpunkt.

Heizölkunden sind trotzdem etwas vorsichtiger mit ihrer Hoffnung auf einen weiteren Preisrückgang geworden, sagt der Branchendienst esyoil. Viele nutzen die günstigen Heizölpreise für eine Bestellung. Die zurückliegende Woche war mit die stärkste Bestellwoche des Jahres, bestätigt auch der Branchendienst Tecson.

Holzfeuerungen in Niedersachsen leisteten einen großen Beitrag zur Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen.

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