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Dr. Olaf Zinke | am

Heizölpreise im freien Fall – Preissturz nicht zu Ende

Die Heizölpreise stürzen weiter abwärts. Der Preisrückgang bei Heizöl folgt dem Preisverfall bei Rohöl. Dort sind die Preise auf den niedrigsten Stand seit elf Monaten gefallen. Und zum Beginn der neuen Woche geht es weiter steil bergab.

Heizöl kostet in einigen Regionen jetzt weniger als 115 Euro je 100 Liter. Viele Kunden kaufen weiter zügig nach. Andere warten noch ab.

Am Montagmorgen (28.11.) kostete Heizöl im Bundesmittel 124,2 Euro je 100 Liter, berichtet der Branchendienst Tecson. Das Heizölportal esyoil ermittelt für Deutschland am heutigen Montagmorgen sogar nur noch einen Durchschnittspreis von knapp 120 Euro je 100 Liter. In einigen Regionen bzw. Bundesländern kostet Heizöl bereits weniger als 115 Euro je 100 Liter.

Insgesamt hat sich Heizöl im November damit um knapp 32 Euro bzw. rund 20 % verbilligt. Gleichzeitig sind das die niedrigsten Heizölpreise seit März! Hauptgrund für den Preisrückgang sind die weiter sehr stark fallenden Rohölpreise und der Rückgang der Gasölpreise, dem wichtigsten Vorprodukt für Heizöl und Diesel.

Am heutigen Montag geht der Preisrückgang bei Rohöl im vorbörslichen Handel weiter. Grund sind die massiven Sorgen hinsichtlich der chinesischen Energienachfrage. Dort sind die Covid-Infektionen auf einen Rekordwert gestiegen, was die Regierung dazu veranlassen könnte, Sperren und Pandemiebeschränkungen auszuweiten, die die Wirtschaftstätigkeit, den Reiseverkehr und die Energienachfrage stark reduzieren.

Außerdem haben sich die EU mit den USA und den G7-Staaten auf einen Preisdeckel für Öl aus Russland verständigt, der zwischen 65 und 70 Dollar liegen soll. Der Preisdeckel soll ab Anfang Dezember gelten, zeitgleich mit dem Importembargo gegen russisches Öl.

Im vorbörslichen Handel am Montag geben die Rohölpreise weiter deutlich nach. Die europäische Öl-Sorte Brent wird am Montagmorgen (MEZ) mit 81,17 USD je Barrel notiert und damit 2,50 USD billiger als am Freitag – und 6,28 USD billiger vor einer Woche. Die Rohölpreise sind damit auf das tiefste Preislevel seit Januar gefallen, also vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs.

Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor sind die Gasöl-Notierungen. Am Montagmorgen kostete Gasöl (Gasoil Low Sulphur) am Terminmarkt rund 876 USD je Tonne. Das sind 36 USD weniger als am Freitag, und rund 63 USD weniger als vor einer Woche.

Deutliche Preisrückgänge in allen Bundesländern - Nachfrage brummt

Die Nachfrage der Heizöleinkäufer ist weiter rege. Die Lieferzeiten liegen überwiegend zwischen 4 und 6 Wochen, sagt der Branchendienst Tecson. Nach Einschätzung von Händlern hoffen viele Kunden jedoch auf noch niedrigere Preise. Angesichts der weiter fallenden Ölpreise dürften diese Kunden kurzfristig Recht behalten.

Mittelfristig kann der Markt jedoch schnell wieder drehen, sagen Analysten und Heizölhändler. Das hängt sowohl von den Förder-Entscheidungen der OPEC ab, als auch davon, wie stark die chinesische Nachfrage einbricht. Die sinkenden Preise ziehen aber weiterhin neue Käufer auf den Markt.

Noch immer sind die Heizölpreise im Norden Deutschlands deutlich höher als im Süden und als im Westen, zeigen die Daten aus den Regionen. Heute liegen zwischen dem teuersten (Bremen) und dem billigsten Bundesland (Nordrhein-Westfalen) 18 Euro je 100 Liter Differenz. Das ist eine ähnlich große Differenz wie in der vorigen Woche. Bei einem Einkauf von 3.000 Litern Heizöl bedeutet das einen Preisunterschied von immerhin 540 Euro.

Am billigsten ist Heizöl weiterhin in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. In Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Brandenburg und Berlin kostet Heizöl aktuell am meisten.

Am Montagvormittag (28.11.) lagen die Heizölpreise in Nordrhein-Westfalen nach den Erhebungen des Branchendienstes esyoil.com bei 114,5 Euro je 100 Liter und damit nochmals 8,50 Euro niedriger als am vorigen Montag. In Bayern müssen die Verbraucher aktuell 115,9 Euro zahlen und damit 7,30 Euro weniger als am vorigen Montag.

Am teuersten war Heizöl in Bremen mit 132,6 Euro – jedoch waren auch das 9 Euro weniger als am Montag vor einer Woche. In Niedersachsen bewegten sich die Preisforderungen heute bei 127 Euro je 100 Liter und damit über dem Durchschnitt – sind jedoch 8,10 Euro günstiger am vorigen Montag.

In Mecklenburg-Vorpommern werden von Verbrauchern heute 128,1 Euro je 100 Liter verlangt und damit 6,50 Euro weniger als am vorigen Montag und in Schleswig-Holstein kostet Heizöl rund 124 Euro und damit 7,40 Euro weniger als vor einer Woche.

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