Anlieferung von Heizöl - Heizölpreise steigen wieder

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Dr. Olaf Zinke | am

Heizölpreise steigen wieder – Das sind die Gründe

Die Heizölpreise steigen wieder. Die Heizölkäufer bestellen große Mengen nach. Die Lieferzeiten verlängern sich deutlich. Ob die Preise weiter steigen, hängt vor allem von der weiteren Preisentwicklung bei Rohöl und Gasöl ab. Und vor den Folgen des ab 05. Dezember geltenden Ölembargos gegen Russland.

Am Freitagmorgen (02.12.) kostete Heizöl im Bundesmittel 124,2 Euro je 100 Liter, berichtet der Branchendienst Tecson. Das Heizölportal esyoil ermittelt für Deutschland am heutigen Freitagmorgen sogar nur einen Durchschnittspreis von 122 Euro je 100 Liter. Das ist ein Anstieg von 2 % gegenüber Dienstag, als die Preise ihren bisherigen Tiefpunkt erreicht hatten.

In fast allen Regionen und Bundesländern kostet Heizöl jetzt wieder mehr als 120 Euro je 100 Liter, nachdem die Preise zum Wochenbeginn teilweise unter 115 Euro je 100 Liter gefallen waren. Auslöser für den Preisanstieg sind die zuletzt deutlich gestiegenen Preise für Rohöl und Gasöl – das wichtigste Vorprodukt für Heizöl und Diesel sowie die Lockerung der massiven Corona-Beschränkungen in China  und das bevorstehende Ölembargo gegen Russland.

China hob am Mittwoch die Sperren im südlichen Produktionszentrum von Guangzhou auf und auch die Sperrbeschränkungen in den wichtigsten städtischen Gebieten von Zhengzhou und kündigte an, die Sperren in Chongqing schrittweise aufzuheben.

Die Ölpreise bekamen auch Unterstützung von den weiteren europäischen Sanktionen gegen russisches Öl ab dem 5. Dezember. Unklar sind weiterhin die Einzelheiten zum Plan der EU und der G-7 eine russische Ölpreisobergrenze einzuführen, die Unternehmen daran hindern würde, russisches Öl per Schiff zu verkaufen, es sei denn, dieses Öl wird unter der Preisgrenze verkauft.

Der Preisdeckel soll die globalen Ölpreise eigentlich stützen, da er darauf ausgelegt ist, die russischen Ölexporte einzuschränken und dadurch das weltweite Ölangebot zu verringern. Ob diese Idee aufgehen kann, stellen viele Analysten jedoch in Frage.

Am heutigen Freitag bewegen sich die Preise für Rohöl (nach dem Anstieg der letzten Tage) im vorbörslichen Handel seitwärts. Die europäische Öl-Sorte Brent wird am Freitagmorgen (MEZ) im laufenden Handel mit 86,87 USD je Barrel notiert und damit 5,70 USD teurer als am Montag – jedoch unverändert zum Donnerstag.

Gasöl (Gasoil Low Sulphur) kostete für den Januartermin am Terminmarkt rund 918 USD je Tonne. Das sind immer noch 33 USD mehr als am Montag dieser Woche, jedoch 35 USD weniger als am Donnerstag als Gasöl mit 935 USD gehandelt wurde.

Preise steigen in allen Bundesländern - Nachfrage brummt

Bei den Lieferzeiten geben die Händler meist 4 bis 8 Wochen an. Bis Jahresende sind die Auftragsbücher der Heizölhändler voll. Wer also nicht mindestens bis Ende Februar mit seinem Heizölvorrat hinreicht, der sollte jetzt ordern, sagt der Branchendienst Tecson.

Auch andere Händler berichten über eine sehr hohe Kaufbereitschaft. Und der Optimismus unter Heizölkunden auf weiter sinkende Preise hat offenbar nachgelassen, sagt der Branchendienst esyoil. In fast allen Regionen und Bundesländern kostet Heizöl jetzt wieder mehr als 120 Euro je 100 Liter. Bislang bleiben die Heizölpreise im Norden Deutschlands weiterhin höher als im Süden und als im Westen, der Abstand hat sich jedoch verringert, zeigen die Daten aus den Regionen.

Heute liegen zwischen dem teuersten (Bremen) und dem billigsten Bundesland (Nordrhein-Westfalen) noch 15 Euro je 100 Liter Differenz. Das sind etwa 5 Euro weniger als zum Beginn der Woche. Bei einem Einkauf von 3.000 Litern Heizöl bedeutet das einen Preisunterschied von immerhin 450 Euro.

Am billigsten ist Heizöl weiterhin in Nordrhein-Westfalen und Bayern sowie Rheinland-Pfalz, Sachsen, dem Saarland und Thüringen. In Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Brandenburg und Berlin kostet Heizöl aktuell am meisten.

Am Freitagvormittag (02.12.) lagen die Heizölpreise in Nordrhein-Westfalen nach den Erhebungen des Branchendienstes esyoil.com bei 117 Euro je 100 Liter und damit rund 3 Euro höher als am Montag. In Bayern müssen die Verbraucher aktuell 119 Euro zahlen und damit 3,50 Euro mehr als am Montag.

Am teuersten war Heizöl in Bremen mit 132,2 Euro – das war in etwa derselbe Preis wie am Montag. In Niedersachsen bewegten sich die Preisforderungen heute bei 128 Euro je 100 Liter und damit über dem Durchschnitt – und 1,0 Euro höher am Montag.

In Mecklenburg-Vorpommern werden von Verbrauchern heute knapp 128 Euro je 100 Liter verlangt und damit etwa die gleichen Preise wie am Montag. Und in Schleswig-Holstein kostet Heizöl heute rund 123,5 Euro und damit 0,50 Euro weniger als zum Beginn der Woche.

Heizöl Lastwagen Zapfpistole

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