Ein Traktor bei den Aufräumarbeiten.
Ellen Hartmann | am

Hochwasser-Katastrophe: Landwirte bekommen Unterstützung

Nachdem das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz immense Schäden verursacht hat, haben die Landwirtschaftliche Rentenbank und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) jetzt das Programm "Liquiditätssicherung Unwetter" ins Leben gerufen.

Die Hochwasser-Katastrophe hat in der Landwirtschaft und im Weinbau schwere Schäden verursacht. Laut ersten Schätzungen belaufen sich die Kosten in Nordrhein-Westfalen auf 52 Millionen Euro und in Rheinland-Pfalz sogar auf 220 Millionen Euro. Gerade die Weinanbaugebiete (110 Millionen Euro Schaden) und die Winzergenossenschaften an der Ahr (50 Millionen Euro) seien besonders stark betroffen, heißt es vom BMEL. Denn neben ihren Gebäuden hätten die Winzerinnen und Winzer auch ihre Spezialtechnik für die Steilhänge verloren. 

Liquiditätssicherung Unwetter: Was bedeutet das?

Aus diesem Grund haben die Landwirtschaftliche Rentenbank und das BMEL jetzt das Programm "Liquiditätssicherung Unwetter" ins Leben gerufen. Zu einem Zinssatz von 0,01 Prozent sollen Landwirte und Winzer so beispielsweise Ersatzbeschaffungen von Maschinen und Geräten sowie Reparaturen und den Neuaufbau beschädigten oder zerstörten Gebäuden finanzieren können. Das Programm ist jetzt abrufbar. „Die Schäden durch das Unwetter sind verheerend", sagt Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

Klöckner: "Hier stehen Existenzen auf dem Spiel"

"Von den Folgen der Flutkatastrophe sind auch zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe schwer getroffen", so Klöckner weiter. "Hier galt und gilt es schnell und unbürokratisch zu helfen. Es stehen nicht nur wirtschaftliche Existenzen auf dem Spiel, sondern es geht um Perspektiven und Sicherheit für die Betriebe. Bereits im Juli hatten wir deshalb mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank ein erstes Liquiditätshilfeprogramm auf den Weg gebracht. Das Hilfsangebot ergänzen und erweitern wir jetzt, sodass auch der Wiederaufbau zu einem Zinssatz von fast null Prozent finanziert werden kann. Das ist ein weiterer Baustein, mit dem wir die Landwirte und Winzer stützen."

Das Programm im Überblick:

Das Programm der Rentenbank richtet sich mit den Krediten besonders an stark betroffene landwirtschaftliche Betriebe. Die Kredite gehören zu der günstigen Preisklasse A mit einem effektiven Zinssatz von 0,01 Prozent, so das BMEL. Dabei haben die Ratendarlehen eine Laufzeit von vier, sechs oder zehn Jahren. Zusätzlich ist beim zehnjährigen Darlehen eine Zinsbindung von fünf oder zehn Jahren wählbar. Weiter heißt es, dass die Rentenbank in der "teils sehr angespannten Liquiditätssituation" allen betroffenen Betrieben weiter die Möglichkeit anbietet, Tilgungsaussetzungen für bestehende Förderdarlehen zu beantragen.

Klöckner bittet bei EU-Kommission um Hilfe

Um die landwirtschaftlichen Betriebe in den Hochwasser-Regionen zu unterstützen, hat Julia Klöckner auch an den EU-Kommissar für Landwirtschaft, Janusz Wojciechowski, um Hilfe gebeten. Dabei hat Klöckner die EU-Kommission dazu aufgefordert, auf Einzelschadensmeldungen innerhalb von 15 Arbeitstagen, die eigentlich im EU-Recht vorgesehen sind, zu verzichten. So könne die Ermittlung der betroffenen Flächen und die Nachweisführung alternativ durch Hochwasserkarten, Bildaufnahmen etc. durch die zuständigen Behörden vorgenommen und dokumentiert werden. Mit diesem Vorgehen werde auch die pünktliche Auszahlung der Agrarförderung gewährleistet, auf die die geschädigten Betriebe gerade dieses Jahr angewiesen seien, so das BMEL weiter.

Mit Material von BMEL
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