Güllegrube

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Wiebke Herrmann | am

Höchste Vorsicht beim Umgang mit Gülle

Beim Umgang mit Gülle ist höchste Vorsicht geboten. Immer wieder kommt es zu Vergiftungen mit Güllegasen.

Immer wieder kommt es zu Unfällen bei Umgang mit Gülle, etwa in Güllegruben. Um das zu verhindern, ist bei der Arbeit mit Gülle stets Vorsicht geboten. Unachtsamkeit kann hier schnell lebensgefährlich werden. Nicht nur der rutschige Untergrund, sondern vor allem die Gase können zum Problem werden. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) weist auf die Vergiftungsgefahr durch Güllegase hin.

Vergiftungsgefahr durch Güllegase

Güllegase können auch im Außenbereich eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen und in tödlicher Dosis auftreten. Bei Ammoniak handelt es sich um eine gasförmige Stickstoffverbindung. Konzentrationen von 1,5 bis 2,5 g Ammoniak pro Kubikmeter Luft können nach 30 bis 60 Minuten Einwirkung tödlich wirken. Aber auch der direkte Kontakt von Augen oder Haut mit Ammoniak in wässriger Lösung kann zur Vergiftung führen. Neben Ammoniak sind auch Kohlendioxid, Methan und vor allem Schwefelwasserstoff besonders giftig. Das Gas ist schwerer als Luft und riecht in geringerer Konzentration nach faulen Eiern. Gefährlich wird es besonders dann, wenn man das Gas nicht mehr riecht. Schon ab einer Konzentration von etwa 200 ml/m3 (200 ppm) lähmt das Gas den Geruchssinn. Ab einer Konzentration von 500 – 700 ml/m3 wirkt es stark toxisch und kann nach wenigen Atemzügen zur Bewusstlosigkeit und zum Tod führen.

In Kalifornien wird aus Rindergülle Strom erzeugt für Elektroautos.

Beim Bewegen der Gülle wird Schwefelwasserstoff freigesetzt

Während Methan und Ammoniak kontinuierlich freigesetzt werden, bleibt Schwefelwasserstoff in der Gülle gelöst und wird erst beim Bewegen freigesetzt. Vorsicht ist daher immer dann geboten, wenn Gülle abgelassen, gerührt oder umgepumpt wird. Sind Gruben während des Rührens oder Ablassens geschlossen, steigt die Gaskonzentration unweigerlich an. Auch beim Öffnen solcher Grubendeckel besteht Vergiftungsgefahr, wie ein aktuelles Unfallereignis gezeigt hat.

Vorsicht bei Güllezusätzen

Zahlreiche Faktoren können die Entstehung von Schwefelwasserstoff begünstigen. Grundsätzlich ist bei eiweißreicher Fütterung in der Mast mit einem höheren Potential für die Entstehung von Schwefelwasserstoff zu rechnen. Futterzusätze wie Rapsöl oder sulfathaltiges Brunnenwasser können die Bildung von H2S begünstigen. Güllezusätze, die die Gülle mit Ammoniumstickstoff oder Schwefel anreichern sollen, können die Schadgasfreisetzung ebenfalls erhöhen. Beim Einsatz solcher Zusätze sind deshalb unbedingt die Hinweise des Herstellers zu beachten.

Vorsicht bei warmen Temperaturen

Hohe Temperaturen fördern biologische Prozesse. Der mikrobielle Abbau der Gülle wird dadurch beschleunigt, die so erhöhten Umsetzungsprozesse steigern die Schadgasbildung. Deshalb bei warmem und windstillem Wetter besonders aufpassen! Die Außenlagerung der Gülle in einer Güllegrube ist grundsätzlich der Lagerung im Stall unter dem Spaltenboden vorzuziehen. Beim Ablassen, Rühren oder Spülen der Güllekeller müssen sich Personen dem Gefahrenbereich fernhalten. Alle Personen, die Umgang mit Gülle haben, müssen eingehend unterwiesen werden.

Gülle

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