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Hilke Lehmann | am

Hörschaden: Wie Landwirte vorsorgen können

In den grünen Berufen fallen immer wieder Tätigkeiten an, bei denen es richtig laut wird. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) gibt Tipps, wie man das Gehör richtig schützt.

Sägen, flexen, mit dem Hochdruckreiniger arbeiten: Landwirte sollten ihre Ohren bei hohen Schallpegeln gut schützen. Häufiges Arbeiten bei zuviel Dezibel kann das Gehör schwer und dauerhaft schädigen.

Das gilt aber auch für einmalige starke Lärmeinwirkungen, sogenannte Knalltrauma. Lärm verursacht außerdem Stress und mindert die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit.

Das menschliche Gehör macht keine Pause. Selbst im Schlaf funktioniert es als Warnsystem, indem es manche Geräusche wahrnimmt und andere herausfiltert. Hören heißt also nicht nur Sprache und Umwelt wahrzunehmen.

Prävention besonders wichtig

Hörschäden kann man durch Prävention vermeiden. Das Wesentliche dabei ist:

  • Bereits, wenn Maschinen und Geräte angeschafft werden, sollte eine niedrige Schallemission ein Entscheidungskriterium sein.
  • Vorhandene Geräte lassen sich eventuell lärmdämmend verkleiden oder einkapseln.
  • Hilfreich kann auch eine geänderte Arbeitsorganisation sein.
  • Ist dies alles nicht möglich, kommt die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) zum Einsatz: Ab einem Schalldruckpegel von 80 db(A) wird Gehörschutz dringend empfohlen.
  • Aktuell schreibt die deutsche Verordnung spätestens ab einem Tages-Lärmpegel von 85 Dezibel (dB) – vergleichbar mit einem Martinshorn – Gehörschutz vor. Ab 120 (Rockkonzert) bis 150 Dezibel (Pistolenschuss) kann ein Hörschaden schon nach kurzer Zeit entstehen.

Bei welchen Arbeiten der Schalldruckpegel überschritten werden kann

In den grünen Berufen werden diese Schalldruckpegel oft überschritten. Dies geschieht oft bei folgenden Tätigkeiten:

  • Arbeiten mit Motorsägen, Kreissägen, Freischneidern, Heckenscheren oder Rasenmähern oder mit Trennschneidern,
  • Arbeiten mit Hochdruckreinigern im Stall und Heißvernebelungsgeräten,
  • Arbeiten mit Zweitakt-Maschinen (zum Beispiel. Spaltenschieber im Kuhstall),
  • Arbeiten in Sauen- und Schweine-Mastställen,
  • Arbeiten mit Baggern, Ladern, Planierraupen, Rüttelplatten oder Kompressoren,
  • Arbeiten mit Erdaufbereitern, Buschholzhackern oder Kranzzerreißmaschinen,
  • Arbeiten mit Traktoren oder Geräteträgern sowie
  • Jagd mit Schusswaffen.

Doch auch im privaten Bereich sollte man erhebliche Lärmquellen meiden. Wenn man auf ein Konzert geht, sollte man sich nicht neben die Lautsprecherbox stellen. Überhaupt sollte man längere Lärmbelastungen, wenn irgend möglich, vermeiden. Denn das Ohr vergisst nie.

Wie Lärmschwerhörigkeit entsteht

An die 150.000 empflindliche Haarsinneszellen hat der Mensch im Innenohr. Sie sorgen dafür, dass Schallwellen in elektrische Impulse verwandelt und zum Gehirn weitergeleitet werden. Ist das Gehör Lärm ausgesetzt, werden diese Haarsinneszellen regelrecht umgeknickt und herausgerissen:

  • Lärm schädigt das Gehör langsam und unbemerkt, aber stetig. Vor allem jedoch dauerhaft und irreversibel.
  • Der Mensch hat den Eindruck, sich an den Lärm „gewöhnt“ zu haben, weil er ihn durch die Ermüdung nicht mehr so stark wahrnimmt. Doch das stimmt nicht.
  • Folgt auf die Ermüdung keine ausreichende Erholung, gehen die Haarsinneszellen zugrunde.
  • Es gilt die Faustregel: Je höher der Lärmpegel, desto länger muss die Lärmpause sein. Anfänglich leidet das Feingehör. Die Hörschwelle verschlechtert sich geringfügig.
  • Bei jeder neuen Überlastung werden jedoch weitere Zellen zerstört, die Schwerhörigkeit nimmt zu.
  • Einmal zerstörte Haarsinneszellen können nicht mehr ersetzt oder neu gebildet werden. Das bedeutet, eine Lärmschwerhörigkeit kann weder gebessert noch geheilt werden.
  • Denn wenn in einem Frequenzbereich alle Haarzellen zerstört sind, kann auch ein Hörgerät keine Wahrnehmung mehr erzielen.

Tipps und Infos zum Thema Gehörschutz finden Sie in der Broschüre „Körperschutz“ der SVLFG. Weitere Infos finden Sie auf der Homepage der SVLFG...

Mit Material von SVLFG

Broschüre zum Download

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