Kunden im Hofladen

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Norbert Lehmann | am

Hofläden melden Umsatzeinbruch – Verbraucher wollen es billig

In der Corona-Pandemie zählten die Hofläden noch zu den Gewinnern. Wegen der steigenden Lebenshaltungskosten bleiben die Kunden jetzt aber öfter aus.

Von Januar bis Mai dieses Jahres erlitten die Hofläden der landwirtschaftlichen Betriebe im Durchschnitt einen Umsatzrückgang um rund 18 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das geht aus dem jüngsten „Branchen special“ der Volksbanken und Raiffeisenbanken hervor. Die Angaben stützen sich auf das GfK Haushaltspanel.

Der Grund für die Absatzprobleme: Wegen der steigenden Lebenshaltungskosten sind die Verbraucher zum Sparen gezwungen. Sie verzichten daher nach Einschätzung der Banken auf teure, regionale und biologische Produkte und kaufen stattdessen häufiger beim Discounter.

Direktvermarktung profitierte von Trend

Vor dem extremen Anstieg der Lebensmittelpreise im laufenden Jahr hatte die Direktvermarktung durch den Trend zu hochwertigen, regionalen Lebensmitteln kräftigen Rückenwind. Im Vergleich zum gesamten Lebensmitteleinzelhandel profitierten die Hofläden auch von den coronabedingten Konsumverschiebungen überdurchschnittlich.

Laut der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA) kauften im vergangenen Jahr 16,5 Millionen Verbraucher Lebensmittel für ihren Haushalt direkt beim Erzeuger oder in Hofläden. Das waren 3 Prozent mehr als 2020.

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Keine Entspannung bei den Lebensmittelpreisen

Doch jetzt stehen die Hofläden unter Druck, ebenso wie andere Fachhändler, zum Beispiel Naturkostläden, Metzger, Bio-Supermärkte oder Obst- und Gemüseläden. Sie alle verzeichnen nach dem GfK Haushaltspanel zweistellige Umsatzeinbrüche im Vergleich zu den ersten fünf Monaten des vergangenen Jahres.

Eine nachhaltige Entspannung der Lebensmittelpreise erwarten die Volks- und Raiffeisenbanken nicht, weder im weiteren Jahresverlauf noch für 2023.

Dennoch sehen die Bänker die Zukunft der Hofläden nicht nur Schwarz: Trotz des schwierigen Marktumfeldes könne sich der Einstieg in die Direktvermarktung lohnen, sagen die Finanzexperten. Insbesondere in der Nähe von Ballungsräumen mit hoher Kaufkraft dürften regionale, biologische Lebensmittel direkt vom Erzeuger weiterhin ein stark nachgefragtes Segment bleiben.

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