Insekten-essen
Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Insektensterben durch Insektenessen

Bald sind Insekten wieder in aller Munde. Tatsächlich und im übertragenen Sinn, sagt Chefredakteurin Maren Diersing-Espenhorst.

Moin liebe Leserinnen und Leser,
bald beginnt sie wieder, die Zeit, in der es überall kreucht und fleucht. Die Landschaft wird grün, es wird wieder geackert und gesät. Es sprießen die ersten Knospen und Bienen, Hummeln und Mücken summen über die Wiesen, Felder und in den Wäldern.

Dann sind sie wieder da, die Insekten. Die Tierchen, über die wir im letzten Jahr so unendlich viel hören, lesen und sehen durften. Sie waren in aller Munde.
Und ich meine damit nicht dieses würgende Gefühl, wenn man beim Radfahren versehentlich eine Fliege – oder Mücke, Brummer, Käfer – verschluckt… Dieses unangenehme Gefühl und diese Peinlichkeit, wenn man mit tränenden Augen fast vom Fahrrad fällt und hustend und röchelnd versucht, das Vieh aus dem Rachen zu bekommen, während fidele Hundertschaften an Radlern fröhlich grüßend an einem vorbeirauschen.

Nein, ich meine das potenzielle Insektensterben, das die ganze Nation in Aufruhr versetzte und Landwirte zur Verzweiflung trieb. Denn natürlich waren Sie, liebe Landwirtinnen und Landwirte, schnell als Schuldige – oder zumindest Mitschuldige – ausgemacht. Wegen des vermeintlichen Sterbens darf am liebsten keine Wiese mehr gemäht und kein Acker bestellt werden. Aber es darf auch bitte keine Gülle ausgebracht werden – denn die riecht, obwohl sie für Insekten ja eigentlich ein Paradies ist.

Insekten als Nahrung

Nun gut, lassen wir das einfach alles mal so stehen und wenden wir uns einer neuen Art des Insektensterbens zu, und zwar einer tatsächlich vom Menschen gemachten: Dem Insektensterben durch Insektenessen. Denn das, so vermuten es inzwischen immer mehr Experten, könnte in Zukunft eine wichtige Proteinquelle werden.

Insekten als Nahrung für Menschen und Tiere zu nutzen, könnte hinsichtlich des Umweltschutzes eine spannende Alternative zu herkömmlichen Eiweißquellen sein. Allerdings ist es noch zu früh, etwas über den möglichen Mehrnutzen von aus Insekten gewonnenem Protein für die Fütterung von Nutztieren zu sagen. Das jedenfalls stellt die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion fest.

Insektenburger oder Rindersteak?

Aber ist es nicht eine Doppelmoral? Einerseits das Insektensterben in der Natur zu beklagen. Andererseits Insekten zu verfüttern oder aufzuessen? Ich weiß es nicht. Ich kann allerdings für mich sagen, dass mir vermutlich ein saftiges Steak vom Rind lieber ist, als ein Burger aus Insekten. Ganz verschließen möchte ich mich dem nicht. Denn es ist auf jeden Fall interessant, über solche Proteinquellen nachzudenken – zumal vor dem Hintergrund der ständig wachsenden Anzahl an Menschen auf der Welt, die es zu ernähren gilt.

Damit wären die Insekten also wieder einmal in aller Munde – im wahrsten Sinne des Wortes!

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