Jäger auf dem Feld mit erlegtem Wild.
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Jagdgenossenschaften: Umsatzsteuer für Verpachtung einer Jagd

Umsatzsteuerrechtlich gelten Jagdgenossenschaften mit der Verpachtung der Jagd seit 2017 als Unternehmer. LAND & Forst gibt Tipps, was Sie dabei beachten müssen.

Für Jagdgenossenschaften ist die Verpachtung einer Jagd seit 2017 umsatzsteuerpflichtig. Das liegt am Steueränderungsgesetz 2015. Durch dieses Regelwerk sind die Regelungen zur Unternehmereigenschaft von juristischen Personen des öffentlichen Rechts in § 2b Umsatzsteuergesetz (UStG) neu gefasst worden.

Das hatte unter anderem zur Folge, dass Umsätze der Vermögensverwaltung nunmehr der unternehmerischen Tätigkeit einer Körperschaft zuzurechnen sind. Jagdgenossenschaften sind nach dem Niedersächsischen Jagdgesetz Körperschaften öffentlichen Rechts. Deshalb muss seit 1. Januar 2017 auch bei den Einnahmen der Jagdgenossenschaften von einer grundsätzlichen Umsatzsteuerpflicht mit dem Regelsatz von 19 % ausgegangen werden.

Für viele Jagdgenossenschaften gilt Kleinunternehmerregelung

Für die meisten Jagdgenossenschaften wird allerdings die sogenannte Kleinunternehmerregelung anwendbar sein. Das bedeutet, dass die Einnahmen aus Jagdverpachtung wegen der Gesetzesänderung zwar grundsätzlich steuerpflichtig werden, die Finanzämter wegen der Unterschreitung der Kleinunternehmergrenze aber dennoch keine Umsatzsteuer erheben.

Das gilt für Kleinunternehmer, die einen Gesamtumsatz (Einnahmen) von 17.500 Euro im Kalenderjahr nicht überschreiten (§ 19 Abs. 1 UStG). Neben dem Jagdpachtzins sind dabei auch alle anderen steuerrelevanten Einnahmen der Jagdgenossenschaft als Umsätze einzurechnen. Dazu gehören Wildschadenspauschalen, Kostenbeitrag für das Jagdessen und dergleichen.

Eine Jagdgenossenschaft, die beispielsweise Jagdpachteinnahmen von 6.000 Euro jährlich erzielt, ist also Kleinunternehmer und von der Umsatzsteuer automatisch befreit.

Jagdgenossenschaften können Übergangsregelung nutzen

Jagdgenossenschaften, die höhere jährliche Einnahmen haben als 17.500 Euro oder bei denen im Kalenderjahr Einnahmen in dieser Höhe mit Blick auf die Zukunft nicht auszuschließen sind, sollten eine bis zum 31.12.2020 befristete Übergangsregelung nutzen. Sie erlaubt es, per Erklärung gegenüber dem Finanzamt die bisher gültige Rechtslage bis einschließlich 2020 fortzuführen (§ 27 Abs. 22 Satz 3 UStG).

Jagdgenossenschaften mit höheren Pachteinnahmen, die nicht unter die Kleinunternehmerregelung fallen, sollten unbedingt eine Optionserklärung abgeben. So können sie die Erhebung von Umsatzsteuer bis Ende 2020 abwenden. Dabei sollten sie auf einen Zustellungsnachweis achten, damit sie den Eingang der Erklärung bei der Finanzbehörde nachweisen können.

ZJEN: Auf Optionserklärung verzichten

Der Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden (ZJEN) rät: Jagdgenossenschaften, die Kleinunternehmer sind, können darauf verzichten, eine Optionserklärung abzugeben. Die Kleinunternehmerregelung wird vom Gesetzgeber zurzeit nicht diskutiert.

Außerdem hat eine Erklärung eventuell den Nachteil, dass die betroffenen Jagdgenossenschaften trotz Kleinunternehmerstatus später eventuell Nachfragen des Finanzamts zu ihrer Besteuerung beantworten müssen.

Pachtverträge für die Jagd anpassen

Ist die Übergangsfrist abgelaufen und kann die Jagdgenossenschaft die Kleinunternehmerregelung nicht in Anspruch nehmen, sollte der zugrunde liegende Jagdpachtvertrag mit Wirkung zum 1.4.2021 wegen der dann eingetretenen Umsatzsteuerpflicht angepasst werden.

Mit Material von Peter Zanini vom Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden (ZJEN)

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