Julia Klöckner bei der Vorstellung des Ernährungsreports 2021.
Ellen Hartmann | am

Julia Klöckner stellt Ernährungsreport 2021 vor

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat den aktuellen Ernährungsreport für 2021 vorgestellt. Das Ergebnis: wir Deutschen achten im Supermarkt stärker auf regionale Produkte und essen weniger Fleisch.

Jedes Jahr untersucht die Studie, die vom Meinungsforschungsinstitutes forsa ausgeführt wird, das Ess- und Kaufverhalten der Deutschen. "Essen ist lebenswichtig, es beschäftigt uns jeden Tag – auch, weil es um unsere Gesundheit geht", so Bundesagrarministerin Julia Klöckner. "Dabei wird den Bürgerinnen und Bürgern wichtiger, wo ihre Lebensmittel herkommen und welche Auswirkungen ihr Konsum hat."

Umfrage bestätigt Ernährungspolitik

Dennoch bleibe Essen ein Genuss und die Analyse zeige, wie auch in den vergangenen Jahren, dass den Teilnehmerinnen und Teilnehmern am wichtigsten gewesen sei, dass das Essen gut schmeckt. "Besonders hervorzuheben ist zudem, dass 83 Prozent der Befragten in die Sicherheit der Lebensmittel in Deutschland vertrauen: ein Anstieg von neun Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr", so die Ministerin weiter. "Insgesamt bestätigt der Report, dass wir mit unseren ernährungspolitischen Maßnahmen unser gestecktes Ziel erreichen: es für alle möglichst einfach zu machen, sich gesund zu ernähren."

Nutri-Score wird gut angenommen

Auch sei der in Deutschland erst kürzlich eingeführte Nutri-Score bisher nicht nur von den Verbrauchern gut angenommen worden, heißt es vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Bisher hätten sich 177 deutsche Unternehmen mit rund 326 Marken für den Nutri-Score angemeldet. "Die Reduktion von Zucker, aber auch von Fetten und Salz, setzen wir mit unserer Nationalen Reduktions- und Innovationsstrategie bereits um", sagt Klöckner. "Und wissenschaftliche Überprüfungen haben gezeigt: Zahlreiche Fertigprodukte sind gesünder geworden."

Die Ergebnisse:

  • Für 91 Prozent der Teilnehmer soll Essen gesund sein.
  • Bei 45 Prozent derjenigen, die den Nutri-Score schon einmal auf der Verpackung wahrgenommen haben, beeinflusste die Bewertung ihre Entscheidung zum Einkauf (- und das, obwohl das Kennzeichen erst zwei Monate vor der Befragung in Deutschland eingeführt wurde).
  • Auch auf den Zusatz von Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln und Fertigprodukten wird vermehrt geachtet: 83 Prozent befürworten es, dass Fertigprodukten weniger Zucker zugesetzt wird, auch wenn die Produkte dann nicht mehr so süß schmecken.

Regionale Produkte immer stärker nachgefragt

"Es gibt hohe gesellschaftliche Erwartungen an die Landwirtschaft", heißt es von der Bundesagrarministerin. "Das zeigen auch die Ergebnisse unseres Reports – mehr Umwelt- und Klimaschutz, mehr Tierwohl. Deswegen setzen wir den politischen Rahmen für eine wettbewerbsfähige und gleichzeitig nachhaltige Landwirtschaft, in Deutschland und auch in Europa. Denn: Regionale Produkte setzen regionale Landwirtschaft voraus – also die Bauern um die Ecke." 

Die Ergebnisse:

  • Die Regionale Herkunft spielt mit 82 Prozent weiter eine wichtige Rolle bei der Auswahl der Lebensmittel. 
  • Die Regionalität der Lebensmittel ist den Befragten mit jeweils 86 Prozent gerade bei frischem Obst, Gemüse und Eiern wichtig. Bei Brot und Backwaren sind es 83 Prozent, bei Fleisch und Wurstwaren 78 Prozent und bei Milchprodukten 71 Prozent.
  • 68 Prozent achtet beim Einkauf auf die vom Ministerium eingeführte Kennzeichnung "Regionalfenster".

Zusätzlich zeige die Analyse auch, dass fast 90 Prozent der Verbraucher immer nachhaltig denken. So würden sie abgelaufene Produkte auf ihre Genießbarkeit untersuchen, 2016 waren das noch 67 Prozent. 

Fleischkonsum in Deutschland geht zurück

"Die Ergebnisse zeigen, Verbraucher legen Wert auf artgerechte Haltung und der tägliche Fleisch-Konsum geht zurück", erklärt Klöckner. "Das passt auch zu meiner klaren Haltung: lieber etwas weniger und hochwertigeres Fleisch als häufig billiges."

Die Ergebnisse:

  • Ein staatliches, unabhängiges Tierwohlkennzeichen wäre 86 Prozent der Befragten wichtig oder sehr wichtig.
  • Verbraucher wären bereit für mehr Tierwohl, mehr zu zahlen.
  • Fleischkonsum nimmt beim täglichen Verzehr mit 26 Prozent ab (Vergleich: 2015 waren es 34 Prozent).
  • 10 Prozent der Befragten bezeichnen sich als Vegetarier, zwei Prozent als Veganer. Das bedeutet: 88 Prozent verzichten also nicht auf Fleisch.
  • 71 Prozent sagen: Der Hauptgrund für den Kauf vegetarischer oder veganer Alternativprodukte ist Neugier. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 83 Prozent.
  • Die Akzeptanz von vegetarischen oder veganen Alternativen ist altersabhängig, Jüngere greifen öfter zu. Aber: 74 Prozent der Verbraucher über 60 Jahre sagen, noch nie solche Produkte gekauft zu haben.

Seit Corona: Zuhause wird mehr gekocht

Die Ernährung und der Einkauf der Deutschen hat sich laut der Studie verändert. Das Ergebnis: In Corona-Zeiten wird mehr gekocht. 

  • Immer mehr Deutsche kochen: Mehr als die Hälfte (52 Prozent) kocht täglich (Im Vergleich: 2020 waren es noch 39 Prozent).
  • Besonders Jüngere stehen täglich fast doppelt so häufig in der Küche: Bei den 14-18-Jährigen gaben 2018 noch 22 Prozent an täglich zu kochen, jetzt sind es 39 Prozent.
  • Auch kaufen mit 56 Prozent mehr als die Hälfte der Verbraucher Lebensmittel auf Vorrat ein.
Mit Material von BMEL
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