Junglandwirte auf dem Acker
Meinung | Madeline Düwert | am

Junglandwirte, nehmt eure Zukunft selbst in die Hand!

LAND & FORST-Volontärin Madeline Düwert traf auf resignierte Junglandwirte. Das Meer glänzt eben nicht in stürmischen Zeiten. Aber man kann etwas tun. Segel setzen zum Beispiel.

Vor einem Jahr war ich auf einer Veranstaltung der Reihe „Perspektiven der Landwirtschaft“ in Lohne. Es ging um alternative Einkommensmöglichkeiten auf dem Hof. Hoch interessant und zum Augenöffnen, mit einem Publikum aus engagierten Junglandwirten, voller Tatendrang und Wissensdurst.

Kürzlich fand in Ruthe das nächste Treffen in der Veranstaltungsreihe statt. Es ging um die Wahrnehmung der Tierhaltung in der Öffentlichkeit. Sicher ein brisantes Thema, eines zum Haareraufen und Streiten. Doch dieses Mal hielten sich die Junglandwirte mehr zurück. Sie waren nicht mehr die Junglandwirte, die für ihren Beruf brennen.

Kein Glitzern mehr

Wo sind sie hin? Kaum ein Nachfragen, kein Glitzern mehr in ihren Augen, wenn sie von ihrer Situation auf den Höfen und ihren Visionen erzählten. Das Meer glänzt eben nicht in stürmischen Zeiten.

Man könnte meinen, sie sind vom Hafen der endlosen Möglichkeiten in die offene See entglitten, treiben im tiefdunklen Wasser umher und – ergeben sich ihrem Schicksal.

Resignation ist da

Zum ersten Mal ist es mir richtig klargeworden: Die Resignation ist da. Überdruss und Verunsicherung haben sich jetzt auch unter den jungen Menschen in der Landwirtschaft breitgemacht. Trotzdem darf das kein Grund sein, sich zu verstecken!

Immer neue Regelungen vermiesen die Stimmung

Liebe Junglandwirte, ich kann euch verstehen! Die immer neuen Regelungen und Auflagen vermiesen eben die Stimmung, gelinde gesagt, und die Zukunft ist nicht sicher. Aber wenn ihr nicht einverstanden seid mit dem, was jetzt gerade passiert, dann unternehmt etwas.

Wartet nicht darauf, dass andere für euch sprechen. So sicher und kompetent, wie ihr bei eurer Arbeit im Stall und auf dem Feld seid, so sicher könnt ihr auch eure eigene Zukunft in die Hand nehmen und sagen, was ist. Ihr müsst es nur wollen.

Segel setzen!

Denn auch in den rauen und windigen Zeiten kann man etwas tun. Segel setzen zum Beispiel. So wie Stefan Teepker, der auf der Veranstaltung von seiner Öffentlichkeitsarbeit berichtete. Mit seinen Stallführungen für Besucher und den großen Stallfenstern, an denen sich Kinder die Nase plattdrücken, hat er die rettende Insel im rauen Meer schon längst gefunden: Sie heißt Kommunikation.

Ob ihr nun Außenstehenden euren Hof zeigt und über eure Arbeit informiert, oder auf den Bauerndemonstrationen auf eure Situation aufmerksam macht: Ihr erhebt eure Stimme und erklärt der Öffentlichkeit eure Lage. Und das ist gut.

Was bewegt dich?

Übrigens: Was bewegt dich? Wir wollen wissen, was dir auf dem Herzen liegt oder unter den Nägeln brennt! Ist es die Politik, die Zukunft oder einfach nur dein Trecker - schreib´ es uns. Entweder auf unserem LAND & FORST-Stand auf der Agritechnica, auf unserer Internetseite www.landundforst.de oder auf Instagram unter land_und_forst_1848.

Das könnte Sie auch interessieren