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Burkhard Wulf | am

Kartoffeln: Lagerführung will gekonnt sein

Die Hauptkartoffelernte startet. Während Frühkartoffeln gleich nach der Ernte vermarktet werden, ist der Anbau von Speise- und Veredelungskartoffeln mit einer Einlagerung verbunden. Auf was ist zu achten?

Die Bauern haben auf die erhöhten Anforderungen reagiert und in den letzten Jahren eine Vielzahl neuer Lager, zunehmend auch mit maschinellen Kälteanlagen, gebaut. Dadurch können die stetig steigenden Qualitätsanforderungen besser erfüllt werden. Auch beim Einsatz moderner Lagerungs- und Belüftungstechnik sollten einige grundlegende Maßnahmen zur Lagerführung beachtet werden.

Anforderungen

Bei der Kartoffellagerung wird eine möglichst verlustarme Erhaltung der Kartoffelqualität bis zur Verwertung angestrebt. Die bei der Respiration und Transpiration der Kartoffeln entstehenden Stoffwechselprodukte wie Wasserdampf, Kohlendioxid und Wärme müssen aufgrund ihrer direkten oder indirekten Auswirkungen auf die Lagerungsverluste durch gezielte Belüftungsmaßnahmen aus dem Lager abgeführt werden.

Bei der Belüftung mit Außenluft wird gleichzeitig der zum Beispiel für die Wundheilung der Kartoffeln benötigte Sauerstoff in das Lager transportiert. Neben der Belüftung stellt die Lagerhygiene über die Reinigung und Desinfektion eine grundlegende Voraussetzung zur Begrenzung pilzlicher und bakterieller Lagerkrankheiten dar.

Lagerungsbedingungen und Belüftung

  • Lagerungsbedingungen: Möglichst günstige Lagerungsbedingungen müssen über Lagergebäude, Lagerart und Belüftung geschaffen werden, in heißen und trockenen Jahren, insbesondere bei fehlender Beregnung, sind negative, witterungsbedingte Auswirkungen auf die Kartoffelqualität, wie Zweitwachstum, neuer Knollenansatz oder das vergleichsweise höhere physiologische Alter, zu beachten.
  • Grundsätzlich sollte zu allen Zeitpunkten der Kartoffellagerung die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 90 und 95 % liegen, um die Wasserabgabe der Knollen durch die Transpiration zu begrenzen. Dabei muss jedoch eine Kondensation sowohl im Lager als auch an den Kartoffeln vermieden werden.
  • Belüftungsmaßnahmen: Der Wirkungsgrad der Belüftungsmaßnahmen wird über eine automatische Belüftungssteuerung im Vergleich zur manuellen Bedienung deutlich verbessert.

Abtrocknungsbelüftung

on_Kartoffellagerung-Kuehllager-Kistenlager
  • Abtrocknungsbelüftung: Frisch gerodete Kartoffeln sollten möglichst innerhalb von 24 Stunden abgetrocknet werden, um Infektionen durch pilzliche und bakterielle Krankheitserreger zu vermeiden. Zur Abtrocknungsbelüftung sollte auf jeden Fall im Vergleich zur Kartoffeltemperatur kältere Außenluft verwendet werden, um über die Erwärmung der Luft im Kartoffelstapel möglichst viel Feuchtigkeit aufzunehmen und abzuführen. Eine Temperaturdifferenz von 2 °C kälterer Außenluft gewährleistet einen Abtrocknungseffekt.
  • Taupunkt: Steht keine kältere Außenluft zur Verfügung, kann über die Berechnung des Taupunktes der Außenluft auch mit wärmerer Außenluft abgetrocknet werden. Auf der Homepage der Versuchsstation Dethlingen finden Sie dazu einen Taupunktrechner. Die Abtrocknungsbelüftung sollte nur so lange fortgesetzt werden, bis sich kein freies Wasser mehr auf den Knollen befindet. 

Wundheilung und Abkühlung

  • Wundheilung: Nach der Abtrocknung muss die Wundheilung der bei der Ernte und Einlagerung entstandenen Knollenbeschädigungen und Haarrisse durch die Belüftung unterstützt werden, um das Eindringen von Fäulniserregern in die Knollen zu vermeiden. Die Knollentemperatur sollte hierbei in einem Zeitraum von etwa zwei Wochen 12 bis 15 °C betragen. Auch in dieser Lagerphase muss die Stapelfeuchtigkeit kontrolliert werden.
  • Abkühlung: Anschließend erfolgt die Abkühlung der Kartoffeln auf die gewünschte Lagerungstemperatur (Kalt- oder Warmlagerung). Bei der Kaltlagerung hat sich eine tägliche Absenkung der Stapeltemperatur um etwa 0,3 bis 0,5 °C auf die Dauerlagerungstemperatur von 4 °C bewährt.
  • Zum Abkühlen wird ebenfalls 2 °C kältere Außenluft verwendet. Diese sollte aber eine hohe Luftfeuchtigkeit aufweisen, um während der Belüftung ein übermäßiges Austrocknen der Kartoffeln zu vermeiden. Steht aufgrund höherer Außentemperaturen keine kältere Außenluft zur Verfügung, sollte dennoch eine kurze tägliche Erfrischungsbelüftung von etwa 5 m3/t mit Außenluft zur Abführung der Atmungsprodukte durchgeführt werden.

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