Judith Rakers, Moderatorin bei „3nach9“, im Gespräch mit Hannes Jaenicke: Die Aussagen in der Talkshow vom 25. November sorgten für viel Unverständnis, Kritik und Widerspruch von Landwirtinnen und Landwirten sowie der gesamten Agrarbranche.
Maren Diersing-Espenhorst | am

Kommunikation mit dem Verbraucher - wie sollen wir vorgehen?

Aussagen der Schauspieler Jaenicke und du Mont in der Talkrunde „3nach9“ sorgten bei vielen Landwirtinnen und Landwirten für pure Fassungslosigkeit. Dr. Kirsten Otto, Geschäftsführerin von Land.schafft.Werte., erklärt, wie Sie reagieren können.

Was war Ihre erste Reaktion auf die Aussagen der Schauspieler Hannes Jaenicke und Sky du Mont in der Sendung „3nach9“ Ende November, dass die Milchviehhaltung ganz schrecklich sei und Kälber getötet würden?

Antwort: Ich war – wie alle – entsetzt und habe mich sofort gefragt, warum? Welchen Sinn sehen die beiden Schauspieler, und damit auch Personen des öffentlichen Lebens, darin? Und was veranlasst die beiden Moderatoren der Sendung oder auch die Redaktion dazu, dies unkommentiert auszustrahlen? Warum wird zugelassen, dass eine ganze Branche unkommentiert gebasht werden kann und Landwirten per se eine Straftat vorgeworfen wird.

Kristen Otto

Wie sollten Landwirtinnen und Landwirte antworten, wenn Sie persönlich mit solchen Vorwürfen konfrontiert werden?

Antwort: Dies ist eine emotional schwierige Situation und ich verstehe, wenn die Emotionen „hochkochen“. Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir mit einer unüberlegten Reaktion, wie in diesem Fall, eher Herrn Jaenicke bei der Vermarktung seines Buches helfen. In den sozialen Medien haben sich Landwirtinnen und Landwirte der Vorwürfe angenommen und eine Richtigstellung gefordert. Nur indem wir aufeinander zugehen und ehrlich und sachlich einen Dialog einfordern, sehe ich eine Chance, dass wir aus diesem kommunikativen Stillstand der Anschuldigungen herauskommen. Es ist eine Herkulesaufgabe, denn wir haben auch als Branche jahrelang versäumt, die landwirtschaftsferne Bevölkerung mitzunehmen.

Wie können wir solche Aussagen oder Ansichten in Zukunft verhindern?

Antwort: Verhindern werden wir sie sicherlich nicht gänzlich. Wir können aufklären, indem wir offen und ehrlich Einblicke in unsere Branche gewähren – auf den Betrieben, auf den Social-Media-Kanälen und durch andere Aktionen wie Out-of-Home-Aktionen. Wichtig ist, dass wir an einem Strang ziehen und gemeinsam – sprich die ganze Wertschöpfungskette – Aufklärung betreiben. Vorurteile entstehen durch Unwissenheit und dieser sollten wir uns annehmen.

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