Erntehelfer_Symbolfoto

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Kristina Wienand | am

Landvolk: Mindestlohn gefährdet arbeitsintensive Betriebe

Spargel oder Beeren - vor allem für solche Sonderkulturen werden oft Erntehelfer eingesetzt. Sie bekommen jetzt jeweils 12 Euro Mindestlohn pro Stunde. Eine Belastungsprobe für kleine Betriebe.

Die Mindestlohnerhöhung zum 1. Oktober auf 12 Euro werden nach Ansicht des Landvolks Niedersachsen vor allem kleinere Betriebe nicht schultern können. „Wir sehen hier vor allem die Wirtschaftlichkeit der arbeitsintensiven Betriebe als stark gefährdet“, sagte Landvolk-Vizepräsident Ulrich Löhr am Donnerstag in Hannover.

Manpower wird für Ernte gebraucht

Gerade Betriebe, die Sonderkulturen wie Beeren oder Spargel anbauen, seien stark auf Handarbeit und „Manpower“ angewiesen. Höhere Löhne seien nicht durch höhere Preise aufzufangen.

Angesichts der Kostensteigerungen wegen des Ukrainekrieges dürften oft vor allem kleinere Betriebe dem Kostendruck nicht standhalten können, hieß es.

Spargelernte

Folgen der Mindestlohneinführung im Jahr 2015

Schon die erste Mindestlohneinführung im Jahr 2015 habe zur Folge gehabt, dass Spreewaldgurken seitdem nicht mehr aus Deutschland kämen. Auch Importspargel und Importerdbeeren würden hierzulande günstiger angeboten als heimische Waren, weil es im europäischen Ausland entweder keinen Mindestlohn gebe oder er deutlich geringer sei als in Deutschland.

Schon der alte Mindestlohn in Deutschland habe mit 9,82 Euro pro Stunde mehr als das 1,5- bis 2,5-fache höher gelegen als in Spanien, Griechenland oder Ungarn. Zum Vergleich: In Italien gibt es nach Landvolkangaben keinen Mindestlohn, in Spanien liegt der Mindestlohn bei 6,06 Euro pro Stunde, in Griechenland bei 3,83 Euro pro Stunde und in Ungarn nur bei 3,21 pro Stunde.

Abstimmung an der Kasse

Die Kunden hätten die teurere deutsche Ware liegen lassen und die günstigeren Produkte aus dem Ausland gekauft. „Die Leute sollen für ihre Arbeit fair entlohnt werden. Gerade auch im Hinblick auf die steigenden Kosten für Energie und um unsere guten, in Deutschland produzierten Lebensmittel kaufen zu können. Wir Landwirte sind bereit, die Erhöhung mitzutragen, aber auch wir müssen unsere Preissteigerungen durch höhere Preise erwirtschaften dürfen“, sagte Löhr.

Bei dem gesetzlichen Mindestlohn von 12 Euro brutto handelt es sich um eine verbindliche Lohnuntergrenze, d.h. kein Arbeitgeber ist berechtigt, dem Arbeitnehmer weniger als den gesetzlichen Mindestlohn oder den Branchenmindestlohn zu zahlen. Die Obergrenze für Minijobs steigt damit von 450 auf 520 Euro. Bei Verstößen gegen das Mindestlohngesetz kann ein hohes Bußgeld verhängt werden.

Mit Material von dpa, LPD
Spargel_Erntehelfer

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