Milchprodukte im Supermarktregal.
Ellen Hartmann | am

Landwirte erwarten steigende Preise für Milchprodukte

Viele Landwirtinnen und Landwirte sowie Branchenexperten gehen derzeit davon aus, dass die steigenden Weltmarktpreise für Milchprodukte bald auch in deutschen Supermärkten zu spüren sein werden.

"Im Moment sehen wir einfach weltweit extrem steigende Notierungen, aber eben, dass hier in Deutschland der Lebensmittelhandel versucht aus der starken Position heraus, diese Erhöhungen nach vorne weiter wegzuschieben", erklärt Hans Stöcker, Co-Vorsitzender der Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW.

"Es wird zu Erhöhungen kommen müssen."

Mit Blick auf die starke Nachfrage aus dem Ausland, ist Stöcker auch von einem Nachziehen der deutschen Lebensmittelhändler überzeugt: "Aber es wird eben auch da zu Erhöhungen kommen müssen. Und von daher steht alles Richtung steigende Preise, denn nur steigende Preise im Markt können auch nachher weitergegeben werden in steigende Milchauszahlungspreise von den Molkereien." Jedoch sei es nicht mehr so, dass alle Kontrakte zu gleichen Zeit abgeschlossen würden. Aus diesem Grund sei bisher noch unklar, wann es Preiserhöhungen geben werde. 

Wichtige Tage: 1, Mai und 1. November

Traditionell sind der 1. Mai und der 1. November sehr wichtig für die Milchwirtschaft, da zu diesen Zeitpunkten neue Lieferverträge mit den Lebensmittelhändlern in Kraft treten. Daher kommt es seit Jahren um diese Tage herum zu Preisveränderungen für die Verbraucher bei Milch und Milchprodukten in der untersten Preislage. Laut Stöcker gehe die Tendenz nun dahin, dass man "insgesamt etwas davon weggeht, dass alle Kontrakte zur gleichen Zeit im Halbjahresrhythmus gemacht werden". Die Unternehmen würden auch versuchen, Verträge eher auf ihre individuellen Produkte zu richten.  

Die gemeinsame Erklärung von Aldi Nord und Aldi Süd

Nach Angaben der "Lebensmittel Zeitung" wolle Aldi bis Ende September die Halbjahresverträge für Milch auf Mehrjahresverträge ändern. Vor wenigen Tagen verwiesen Aldi Süd und Aldi Nord in einer gemeinsamen Erklärung darauf, dass die Preisfindung bei Milch "grundsätzlich dem Prinzip von Angebot und Nachfrage auf dem gesamten (Welt-)Markt" folge und von weiteren Faktoren wie der Qualitäts- oder Nachhaltigkeitskriterien abhängig sei. Nur rund ein Viertel der in Deutschland produzierten Milch werde hier vertrieben, mehr als die Hälfte wandere in den Export. Somit sei der Erzeugerpreis, laut Aldi, nur zu einem kleinen Teil vom deutschen Handel abhängig und werde vorwiegend vom Weltmarkt beeinflusst. 

"So wollen wir einen Beitrag dazu leisten, die angespannte Situation weiter zu lösen"

Jedoch wolle Aldi dabei helfen, dass die weltmarktbedingten Rohstoffschwankungen bei Milch nicht auf dem Rücken der deutschen Landwirte ausgetragen würden. Maßnahmen seien mittel- und langfristige Lieferverträge, mit denen Molkereien langfristige Mengenabnahmen zusichern und eine bessere Planungssicherheit gewährleisten würden. "So wollen wir einen Beitrag dazu leisten, die angespannte Situation weiter zu lösen", heißt es von Aldi Nord und Aldi Süd. Details könnten allerdings aus kartellrechtlichen Gründen nicht genannt werden. 

Mit Material von dpa
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