Traktor mit dem Düngerstreuer auf dem Feld
Christel Grommel | am

Landwirtschaft 2035 - wie kann sie aussehen?

Wie kann die Landwirtschaft in 2035 aussehen, um für künftige Generationen eine hohe Lebensqualität zu gewährleisten? Eine Studie des Fraunhofer-Instituts gibt mit vier Szenarien Einblicke.

Der Klimawandel und die Ressourcenknappheit sind auch für die Landwirtschaft die großen Herausforderungen der kommenden Jahre. Der Umgang mit Ressourcen ist ein großes Thema. Landwirtschaft und die Nahrungsmittelindustrie rücken zunehmend in den Fokus von Politik und Wissenschaft, die Erwartungen an die Landwirtschaft steigen.

Vor diesem Hintergrund wird in dem Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI ein digitales Entscheidungsunterstützungssystem für landwirtschaftliche Betriebe entwickelt. Eine ressourceneffiziente, nachhaltige Produktion und eine stärkere Zusammenarbeit der Betriebe untereinander sollen damit gefördert werden. In die Entwicklung der vier Zukunftsszenarien wurden Experten aus der Technologieentwicklung, Umweltforschung und dem Lebensmittelsektor sowie Landwirte eingebunden.

Zukunftsszenario mit lokaler Lebensmittelversorgung

Eins der vier Szenarien trägt den Titel "Umweltschutz durch lokale Nahrungsmittelversorgung und qualitatives Wachstum". Fokus sind Dezentralisierung, Vielfalt und Nachhaltigkeit.

Es beschreibt eine Welt, in der Verbraucher gesundheitsbewusst leben und großen Wert auf die Qualität ihrer Lebensmittel legen. Sie kaufen vor Ort ein und schätzen die kulturelle Bedeutung der Landwirtschaft.

Die Landwirte kennen die Mehrheit der Menschen, die ihre Produkte konsumieren, persönlich und wollen sie deshalb mit qualitativ hochwertigen, gesunden Lebensmitteln versorgen. Die landwirtschaftliche Produktion ist sehr differenziert, die Wertschöpfungsketten sind regional, kurz und transparent. 

Die direkte Anbindung der Gesellschaft an die Landwirtschaft wird auch durch einen dezentralen Einzelhandel ermöglicht. 

Maßnahmen zum Klimawandel mit dem Schwerpunkt auf Erhaltung der Biodiversität sind ein wesentlicher Bestandteil der landwirtschaftlichen Bodennutzung und werden direkt auf lokaler Ebene umgesetzt.

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Reduzierter Konsum

Ein zweites Szenario heißt "Reduzierter Konsum und De-Growth aus Notwendigkeit".

Es zeigt eine ganz andere Zukunft: Eine, in der der Einzelhandel der große Gewinner innerhalb der globalen Lebensmittelsysteme ist. Die Kaufentscheidungen der Verbraucher richten sich in erster Linie nach dem Preis und sind stark an das Einkommen gebunden. Das Konsumverhalten hat sich aus der Notwendigkeit heraus geändert. Die Ernährung musste auf eine pflanzliche Ernährung mit reduziertem Fleischkonsum umgestellt werden. 

Der Klimawandel hat gravierende Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Betriebe und die Einzelhändler üben einen großen Druck auf sie aus. Nur durch hohe Skalierung und intensive landwirtschaftliche Spezialisierung kann die Landwirtschaft so effizient wie möglich arbeiten. Sensoren, Drohnen und andere Überwachungssysteme sowie neue, auf künstlicher Intelligenz basierende Technologien unterstützen die Landwirte dabei, die höchstmögliche Effizienz zu erreichen.

Dr. Ewa Dönitz vom Fraunhofer ISI fasst zusammen: "Die vier Szenarien haben eine unterschiedliche Sichtweise auf die Zusammenarbeit, die Transparenz entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette, die Bedeutung der Effizienz in der Produktion oder den umweltfreundlichen Verbrauch. Mithilfe der unterschiedlichen Zukünfte können wir die Bedürfnisse der Landwirtinnen und Landwirte besser erkennen."

Mit Material von IDW
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