Hof mit Windrädern und Sonnenblumenfeld im Vordergrund
Maren Diersing-Espenhorst | am

Landwirtschaft hat CO2-Emissionen um 23 Prozent gesenkt

Die Landwirtschaft hat einen Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Die CO2-Emissionen sind rückläufig.

„Der Green Deal ist nicht ambitioniert genug“, sagte Michael Nagel von Students for Future Hannover beim Online-Talk zum Thema „Kommt der Green Deal nach Niedersachen?“ des Europäischen Informations-Zentrums Niedersachsen.

Seiner Ansicht nach müssten die CO2-Emissionen in der EU bis 2030 um 80 Prozent gesenkt werden – derzeit diskutiert werden 55 bis 60 Prozent. Dass die Landwirtschaft hier bereits einen Beitrag geleistet hat, betonte Jens Gieseke, Mitglied des Europäischen Parlaments: „Nimmt man die Zahlen von 1990 bis heute wurde eine CO2-Reduktion von 23 Prozent erreicht.“

Verbraucher müssen Beitrag leisten

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies stellte klar, dass die Verbraucher in kaum einem anderen Wirtschaftsbereich so gute Möglichkeiten hätten, ihren Beitrag für Veränderungen zu leisten, wie bei Lebensmitteln.

„Wir müssen dafür sorgen, dass Lebensmittel in Deutschland einen Wert haben und gut bezahlt werden“, bemerkte der Minister. „Wenn wir von der Landwirtschaft wollen, dass sie klimaschonend oder artenschutzorientiert bewirtschaftet, bedeutet das, dass auf der gleichen Fläche weniger Ertrag geerntet wird.“

Deshalb sei eine Förderung notwendig, aber auch die Bereitschaft der Kunden mehr zu zahlen. „Sie können nicht fordern, dass die Landwirte die Massentierhaltung unterlassen sollen, um dann beim Discounter das billige Fleisch zu kaufen“, sagte Lies.

Landwirte brauchen Verlässlichkeit

Olaf Lies stellte zudem klar, dass die Landwirtschaft ist unter einen enormen Druck geraten sei. Landwirte wären seit Jahrzehnten dazu gebrachten worden, immer mehr produzieren für immer weniger Geld zu produzieren. „Jetzt wollen wir sie umstimmen“, so der Minister. „Dazu sind viele Landwirte bereit, aber sie benötigen Verlässlichkeit.“

Diese zu schaffen sei nun Aufgabe von Politik und Gesellschaft. Denn der Landwirtschaft käme gerade beim Klimaschutz eine hohe Bedeutung zu. Er nannte hier das Beispiel der niedersächsischen Moorflächen, deren Bewirtschaftung sich ändern müsse, um CO2 zu speichern. „Das heißt wir müssen diese Flächen feuchter halten und sie extensiv bewirtschaften“, betonte Lies. Gleichzeitig müsse dies aber für den Landwirt wirtschaftlich sein. „Ansonsten gibt es keinen Landwirt mehr und dann wird es noch dramatischer, da dann auf den Flächen alles verbuscht und mit Bäumen zuwächst“, erklärte er.

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