Ein typischer Bauernhof mit Wiese vor dem Haus und einer großen Scheune.
Ellen Hartmann | am

Landwirtschaft: Höfe werden weniger, aber größer

In Deutschland gibt es immer weniger landwirtschaftliche Betriebe, doch die Größe der Höfe steigt stetig an. Auch in Niedersachsen ist das ein Problem.

Neue Zahlen der Statistischen Bundesämter und der Länder zeigen: Deutschland hat immer weniger landwirtschaftliche Betriebe, doch die Größe der Höfe ist seit zehn Jahren von ehemals 56 Hektar auf heute 63 Hektar gestiegen. Christopher Unger, Vizepräsident des Statistischen Bundesamtes: "Damit sind die Betriebe so groß wie nie." 

6.200 Betriebe in Niedersachsen weniger

"Zu viele neue Auflagen und Verordnungen sorgen dafür, dass Bauern ihre Hoftore für immer schließen", erklärt Landvolkpräsident Holger Hennies. Diese Annahme bestätigen auch Analysen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN). Im vergangenen Jahr haben in Niedersachsen 35.500 Betriebe rund 2,6 Millionen Hektar unterhalten. Jedoch wurden zwischen 2010 und 20020 insgesamt 6.200 Betriebe in Niedersachsen aufgegeben - das ist ein Rückgang von 15 Prozent.

Zugenommen hat die Zahl der ökologisch wirtschaftenden Betriebe. Seit 2010 erhöhte sich die Zahl um 42 Prozent auf etwa 1.700 Betriebe. Diese bewirtschafteten insgesamt 120.200 Hektar und damit 4,7% der landwirtschaftlich genutzten Fläche.

Familienbetriebe geben auf

"Alle wollen regionale und kleine Bauernhöfe, doch dieser Strukturwandel bewirkt das Gegenteil: die durchschnittliche Betriebsgröße stieg von 62 Hektar auf 73 Hektar, und ein Viertel aller Betriebe (8.600) bewirtschaftet eine Fläche von mindestens 100 Hektar", stellt Hennies klar. Zudem räumen die Zahlen des LSN mit einem Irrglauben auf, in Niedersachsen würden vermehrt Konzerne und Industrielle die Felder bestellen. Rund 84 Prozent der Betriebe sind als Einzelunternehmen eingetragen, 15 Prozent als juristische Personen oder Personen-gesellschaften. 

In Niedersachsen gibt es 90.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die in der Landwirtschaft angestellt sind. Davon gehören 60 Prozent zur Familie. Vor zehn Jahren waren es noch 97.000 Arbeitskräfte und 75 Prozent Familienarbeitskräfte. 

Es gibt mehr mehr Betriebsleiterinnen in Niedersachsen - rund 10 Prozent aller Betriebe wurden im Jahr 2020 von einer Frau geleitet - das waren 400 Betriebsleiterinnen mehr als 2010. 

Weniger Schweinehalter in Niedersachsen

Einen Anstieg kann Niedersachsen in der Schweinehaltung verzeichnen: 2020 hielten 6.500 landwirtschaftliche Betriebe Schewine, das sind 3.600 Betriebe weniger als 2010. Die Anzahl der Schweine stieg allerdings um 2,2% im Vergleich zum Jahr 2010. 

In Niedersachsen werden weniger Rinder gehalten: Von 21.000 Betrieben mit 2,5 Millionen Rindern (2010) ist die Zahl auf 16.000 Betriebe und 2,4 Millionen Rinder (2020) gesunken.

Immer mehr Legehennen leben in Niedersachsen, zeigt die Studie. Insgesamt ist die Anzahl seit Beginn der Landwirtschaftszählung auf über 20,8 Millionen Tiere gestiegen, also um 84 Prozent. Allerdings existieren hier nur noch 4.700 Legehennen-Höfe, ein Rückgang von 4,1 Prozent im Vergleich zu 2010.

Mit Material von LPD und proplanta
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