Erntearbeit mit Traktor.
Ellen Hartmann | am

Landwirtschaftszählung 2020: Pachtpreise steigen weiter an

Das Landesamt für Statistik Niedersachsen hat die endgültigen Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 bekannt gegeben. Deutlich wird, dass die Pachtpreise immer weiter steigen und weniger Landwirtinnen und Landwirte Eigenflächen bewirtschaften.

Laut des Landesamtes für Statistik haben im vergangenen Jahr rund 35.348 Betriebe rund 2,6 Millionen Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche (LF) bewirtschaftet. Über die Hälfte (56,7 Prozent), also rund 1,5 Millionen Hektar, der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche sei jedoch gepachtet gewesen, heißt es weiter.  

Anteil der Pachtfläche nimmt rasant zu

Weiter kann die LF in circa 1,1 Millionen Hektar selbstbewirtschaftete Eigenflächen (41,4 Prozent) und 47.641 Hektar unentgeltlich zur Verfügung gestellter Fläche gegliedert werden. Bereits seit 2010 nimmt der Pachtflächen-Anteil in Niedersachsen zu, im Gegenzug nimmt der Anteil der Eigenfläche weiter ab. 2010 lag der Pachtflächenanteil noch bei 51,5 Prozent, 2016 bei 52,8 Prozent und 2020 bereits bei 56,7 Prozent. Dabei lag das jährliche Pachtentgelt im vergangenen Jahr im Mittel bei 514 Euro pro Hektar. Damit ist der Preis seit 2010 um 67,4 Prozent angestiegen - 2010 lag der Durchschnittspreis nämlich noch bei knapp 307 Euro je Hektar. Für Ackerland mussten Landwirtinnen und Landwirte 2020 durchschnittlich 595 Euro je Hektar zahlen (plus 69,5 Prozent), 2010 waren es 351 Euro. 

Gartenbau- und Obstanbaubetriebe zahlen viel Pacht

Für Dauergrünland werden derzeit 296 Euro je Hektar gerechnet (2010: 189 Euro, plus 56,6 Prozent). Für sonstige Flächen wie Flächen von Baumschulen oder Obstanbau- oder Gemüseanbaubetrieben mussten 2020 592 Euro pro Hektar gezahlt werden. Betriebe mit weniger als fünf Hektar selbstbewirtschafteter Fläche zahlten sogar 894 Euro pro Hektar sonstiger Fläche. Hierzu würden überwiegend Gartenbau- und Obstanbaubetriebe zählen, heißt es vom Landesamt für Statistik. Wichtig für den Pachtpreis sind übrigens die Bodenqualität beziehungsweise die Bodenpunkte. 

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Wo war die Pacht 2020 am teuersten?

Im Vorjahr war der Pachtpreis in der Region Weser-Ems am höchsten. Hier lag der Pachtpreis im Durchschnitt bei 672 Euro pro Hektar. In der Regio Braunschweig (375 Euro) und Lüneburg (394 Euro) waren die Pachtpreise im Mittel am niedrigsten. Grund dafür könnten die vielen Flächen mit leichtem, sandigen Boden sein. 

Insgesamt gibt es in Deutschland 16,6 Millionen Hektar landwirtschaftlicher Flächen. Davon wurden 2020 knapp 3,63 Millionen Hektar von Betrieben der Rechtsform juristische Person oder Personenhandelsgesellschaft bewirtschaftet. 1,84 Millionen Hektar davon auch von Betrieben, die einer Unternehmensgruppe angehören. Laut der Statistik entspreche diese Fläche 11 Prozent der gesamtdeutschen LF.

Geht der Trend zur Unternehmensgruppe?

2020 waren in Niedersachsen 1,5 Prozent (also 518 Betriebe) aller Betriebe Teil einer Unternehmensgruppe. Sie bewirtschafteten 43.270 Hektar der gesamten niedersächsischen landwirtschaftliche Fläche und spielen damit, laut Statistik, keine große Rolle in Niedersachsen. Allerdings sollte bedacht werden, dass der Sitz der Unternehmensgruppen nicht in Niedersachsen liegen müsse. Hier in unserem Bundesland haben rund 182 Unternehmensgruppen ihren Sitz. Ihre Betriebe bewirtschaften circa 72.724 Hektar in und außerhalb von Niedersachsen. 

Die Landwirtschaftszählung erfolgte zum Stichtag 1. März 2020. 

Mit Material von Landesamt für Statistik Niedersachsen
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