Direktvermarktung
Charlotte Meyer | am

Liegt Direktvermarktung bei Landwirten weiter im Trend?

Eine Studie untersucht, ob zukünftig die Direktvermarktung weiter bestand haben wird. Mit eindeutigem Ergebnis.

Trotz der engen Zusammenarbeit von Anbauverbänden mit dem LEH und Discountern bleibt die Direktvermarktung nicht auf der Strecke. In einer vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) durchgeführten Studie wollten 70 % befragten Bio-Höfe diese Vermarktungsform ausbauen. Insgesamt wurden 200 ökologisch und konventionell wirtschaftende Betriebe mit Direktvermarktung befragt.

Auch von den 40 befragten Experten gehen über zwei Drittel davon aus, dass in den nächsten zehn Jahren in ihrer Region mehr Betriebe beider Bewirtschaftungsformen auf Direktvermarktung über Hofläden, Verkaufsautomaten, Marktschwärmereien oder selbst organisierten Food-Coops setzen werden. Regionale Produkte werden also weiterhin auch außerhalb des traditionellen Einzelhandels angeboten. Der Lebensmitteleinzelhandel bemüht sich zurzeit um den Gewinn lokaler Erzeuger, um Kundenwünsche zum Trendthema Regionalität bedienen zu können.

Kunden finden Preise nicht zu hoch

Die Experten empfehlen den Erzeugern sogar, die realen Produktionskosten konsequent in den Verkaufspreis einzurechnen und ehrliche Preise bei der Direktvermarktung zu verlangen. Die Kunden von heute schätzen besonders ein nachhaltiges Engagement der Erzeuger. Dafür seien die meisten bereit, mehr zu bezahlen. Für die Studie des BÖLN wurden auch 670 Kunden befragt: Weniger als ein Prozent finden die Preise bei der Direktvermarktung zu hoch.

Direktvermarktung lohnt sich aus betriebswirtschaftlichen Gründen

Nach Ergebnissen der Studie scheinen betriebswirtschaftliche Gründe die größte Motivation für die Aufnahme von Direktvermarktungsaktivitäten zu sein. Das Erzielen höherer Verkaufserlöse für die eigenen Erzeugnisse, die Sicherung der wirtschaftlichen Grundlage des Betriebes und der Aufbau eines weiteren Einkommensstandbeines wurden höher bewertet als etwa der Wunsch nach direktem Kundenkontakt oder nach Unabhängigkeit von Abnehmern.

Kooperationen auch auf andere Bereiche ausweiten

Die BÖLN-Studie gibt auch Tipps für erfolgreiche Direktvermarktung. So raten die Vermarktungsexperten den Betrieben, mit anderen nahe gelegenen Erzeugerbetrieben oder dem Lebensmittelhandwerk zu kooperieren und bestimmte Dienstleistungen wie etwa das Schlachten, Käsen oder Obstpressen auszulagern. Zudem empfehlen sie Kooperationen jenseits des Agrar- und Ernährungssektors, etwa mit externen Dienstleistern, Tourismusanbietern, Bildungsträgern, Pflegeeinrichtungen oder der Gemeindeverwaltung, die beispielsweise einen Dorfladen betreibt.

Mit Material von bio-markt
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