Windkrafträder und Solar - erneuerbare Energien

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Dr. Olaf Zinke | am

Mini-Windturbine erzeugt 50 % mehr Strom als Solaranlage

Eine neuartige Mini-Windturbine erzeugt mehr Strom als eine Solaranlage - ganz ohne Rotoren und Lärm. Entwickelt wurde das System von der Firma Aeromine in den USA. Es ist offenbar sehr gut für die private Nutzung geeignet.

In den USA wurde eine Mini-Windturbine entwickelt, die ohne Lärm und riesigen Platzbedarf eine Menge Strom erzeugt. Immerhin 5.000 Watt und liefert das flügellose Windkraftwerk und erzeugt den Strom auch in der Nacht und in der dunklen Jahreszeit. Bei etwa gleichen Kosten und geringerem Platzbedarf soll das System Aeromine etwa 50 Prozent mehr Strom erzeugen als eine vergleichbare Solaranlage. Zur Zeit wird das flügellose Windkraftwerk von BASF in Detroit getestet.

Bei herkömmlichen Anlagen bewegt der Wind Flügel, die dann die Generatoren antreiben und Strom erzeugen. Das Problem bisher war jedoch: Kleine Windräder sind nicht besonders effizient, denn die erzeugte Strommenge wächst mit der Fläche der Flügel und ihrer Höhe. Außerdem machen große Windkraftanlagen erhebliche Geräusche und Schreddern nicht selten Vögel und Insekten. Wegen der allmählichen Verschmutzung der Rotoren lässt zudem auch der Wirkungsgrad nach. Bau und Einsatz einer Kleinwindanlage für die private Stromerzeugung ist zudem mit erheblichen Auflagen verbunden.

Aeromine Technologies, ein Startup der University of Houston in Texas, hat nun eine neue völlig neue Technologie für Windkraftturbinen entwickelt. Sie arbeiten ohne Lärm und die Gefährdung der Tierwelt. Und die Mini-Windturbinen können auch mit Solaranlagen kombiniert werden. Das System soll zudem weit billiger als eine Solaranlage sein. „Das patentierte, bewegungslose Windenergiesystem von Aeromine Technologies erzeugt bis zu 50 Prozent mehr Energie zu den gleichen Kosten wie eine Solaranlage auf dem Dach“, sagt jedenfalls das Unternehmen.

Funktioniert etwa wie beim Flugzeug

Mini Windturbine Aeromine

Das System ist etwa drei mal drei Meter groß und kommt völlig ohne Rotorblätter aus. Das Aeromine-System arbeitet mit der Auftriebsmechanik von Flugzeugflügeln. Die Einheiten bestehen aus senkrechten Flügeln, die durch ihre Form den Wind „einfangen“, verstärken und zu einer Turbine leiten. Sogenannte Luftfolien lenken den auf das Gebäude treffenden Wind dabei so um, dass unterhalb der Anlage ein Unterdruck entsteht. Ein im unteren Teil des Systems verbauter Propeller dreht sich und generiert so Energie.

Die Technologie soll günstiger als Solarpaneele sein und gleichzeitig etwa 50 Prozent mehr Energie erzeugen. Gleichzeitig hat das System einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Solarenergie: Es kann auch nachts Strom erzeugen, wenn Wind weht. Das Unternehmen plant, die Anlage in mehreren Stufen an den Markt zu bringen. Zunächst plant man den Einsatz auf Dächern von Unternehmen. Momentan testet das Unternehmen sein System auf dem Dach einer Fabrik von BASF in Detroit. Sollte sich die Testphase als erfolgreich erweisen, ist nach Aussagen von Aeromine auch eine Nutzung für Privathaushalte schnell möglich. Private Nutzer könnten sich die Windkraftanlage aufs eigene Dach montieren lassen. Die Marktreife soll bereits im Jahr 2023 erreicht sein.

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