Schwanger-Landwirtin-Mitarbeiterin
Hermann Brengelmann | am

Mutterschutz: Was müssen landwirtschaftliche Betriebe beachten?

Für Schwangere sind Tätigkeiten in der Landwirtschaft potenziell gefährlich. Arbeitgeber müssen daher eine Reihe von Schutzvorschriften und gesetzliche Vorgaben beachten, wenn sie eine werdende Mutter beschäftigen.

Das Mutterschutzgesetz (MuSchG) gilt für alle werdenden Mütter, egal ob sie voll- oder teilzeitbeschäftigt sind. Auch befristete Arbeitsverträge fallen darunter, solange sie bestehen. Bei einem unbefristeten Arbeitsverhältnis mit Probezeit gilt auch das MuSchG in der Probezeit uneingeschränkt.

Das MuSchG gilt auch für Praktikantinnen und freie Mitarbeiterinnen. Ferner für Schülerinnen und Studentinnen während der Ausbildung bzw. des Studiums, soweit diese Tätigkeiten verbindlich vorgeschrieben sind. Für Schülerinnen und Studentinnen gelten im Rahmen des Mutterschutzes (Schutzfrist, Kündigungsschutz, Leistungen) besondere Ausnahmeregelungen. Auch für Freiwilligendienstleistende gilt das Mutterschutzgesetz. Mutterschutz ist zudem ein Bestandteil des Arbeitsschutzes.

Sobald das Datum der voraussichtlichen Entbindung bekannt ist, gelten die Mutterschutzvorschriften. Der Arbeitgeber ist nach dem MuSchG verpflichtet, dem Gewerbeaufsichtsamt die Schwangerschaft der Mitarbeiterin mitzuteilen.

Beschäftigungsverbote

Das MuSchG spricht ein generelles Beschäftigungsverbot aus für Tätigkeiten

  • bei denen regelmäßig Lasten von mehr als 5 kg Gewicht oder gelegentlich Lasten von mehr als 10 kg Gewicht ohne mechanische Hilfsmittel von Hand gehoben, bewegt oder befördert werden,
  • im Stehen, soweit sie täglich 4 Stunden überschreitet (nach Ablauf des 5. Schwangerschaftsmonats),
  • bei denen sich Schwangere oft strecken oder beugen müssen oder bei denen sie dauernd hocken oder sich gebückt halten müssen.
  • mit erheblich belastender Schutzausrüstung,
  • bei Gefahr von Ausgleiten, Fallen oder Stürzen,
  • mit besonderer Fußbeanspruchung, die den Druck im Bauchraum erhöhen könnte,
  • mit vorgeschriebenen Arbeitstempo, Akkordarbeit und Fließbandarbeit, die für das Kind eine unverantwortbare Gefährdung darstellt,
  • in Räumen mit sauerstoffreduzierter Atmosphäre, oder mit Überdruck,
  • mit Beförderungsmitteln, wenn dadurch eine Gefährdung für das Kind besteht,
  • mit Gefahrenstoffen, wie Pflanzenschutzmitteln,
  • mit Betreuung von Tieren, die Krankheiten wie Toxoplasmose und Chlamydien (Infektionskrankheiten) übertragen können (Katzen, Schafe, Geflügel).

Mutterschutzfristen

Es gelten folgende Mutterschutzfristen (MuSchG):

  • 6 Wochen vor der Entbindung, es sei denn die werdende Mutter, hat von sich aus eine (jederzeit widerrufliche) Erklärung abgegeben, dass sie weiterarbeiten möchte),
  • 8 Wochen nach der Entbindung, bei Früh- Mehrlingsgeburten 12 Wochen. Wird innerhalb von 8 Wochen nach der Entbindung eine Behinderung beim Kind festgestellt, kann die Mutter eine Verlängerung von 8 auf 12 Wochen beantragen. Dies ist ein generelles Arbeitsverbot. Ausnahme: Das Kind verstirbt – dann die Mutter nach 2 Wochen auf ausdrücklichem Verlangen wieder beschäftigt werden, wenn nach ärztlichem Zeugnis nichts dagegenspricht.

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