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Niedersachsen: Nährstoffmeldungen an ENNI-Datenbank

Künftig müssen Niedersachsens Landwirte die von ihnen eingesetzten Düngermengen über eine neue Datenbank namens ENNI melden.

In Niedersachsen werden künftig elektronische Nährstoffmeldungen der Landwirte in einer zentralen Datenbank namens „ENNI“ gesammelt.

Dazu hat die Landesregierung gestern (17. September) eine entsprechende Verordnung verabschiedet.

Flächendeckend transparente Düngung

„ENNI“ wurde von der Düngebehörde der Landwirtschaftskammer Niedersachsen entwickelt. „Damit wird den landwirtschaftlichen Betrieben ein Instrument an die Hand gegeben, das ihnen hilft, die neuen gesetzlichen Regelungen einzuhalten“, erklärte Gerhard Schwetje, Präsident der LWK. Gleichzeitig werde der Grundstein für eine flächendeckend transparente Düngung mit organischen und mineralischen Düngemitteln gelegt. 

ENNI unterstütze damit eine bedarfsgerechte Düngung im Interesse der Landwirtschaft und des Wasserschutzes.

30.000 Betriebe in Niedersachsen betroffen

Von der Meldepflicht werden laut Schwetje 30.000 Betriebe in Niedersachsen betroffen sein. Die Meldedatenbank, die bisher einzigartig in Deutschland ist, wird Ende des Monats einsatzklar sein.

Sie ist für die Nutzer kostenlos. Für Landwirte und Berater werden Schulungen, Vorträge und Veröffentlichungen angeboten, um den Umgang mit der neuen Datenbank ENNI zu erlernen.

Kaum Mehraufwand für landwirtschaftliche Praxis

Die Düngebehörde sieht durch den Meldevorgang kaum Mehraufwand auf die landwirtschaftliche Praxis zukommen. Die hinterlegten Flächen-, Tier- und Meldedaten Wirtschaftsdünger verringerten sogar den Erfassungsaufwand.

Hans-Joachim Harms, Direktor der Landwirtschaftskammer betont: „Durch die Flaschenhalsfunktion von ENNI werden viele Daten, die auf den Betrieben bereits vorliegen, zusammengeführt.“

Die Ermittlung des Düngebedarfs und die Erstellung des jährlichen Nährstoffvergleichs seien bereits seit Längerem düngerechtlich gefordert und die Unterlagen auf dem Betrieb für eventuelle Kontrollen vorzuhalten. „Neu ist lediglich, dass die Berechnungen in der ENNI-Datenbank zu erfolgen haben und an die Düngebehörde zu melden sind“, so Harms.

Wichtig: Aspekt der Rechtssicherheit

Wichtig sei ebenfalls der Aspekt der Rechtssicherheit. „Im ENNI-Programm sind Plausibilitäten hinterlegt, die die Daten auf Vollständigkeit und Schlüssigkeit überprüfen“, erklärt Harms. Das komme einer Risikoanalyse gleich und könne vor aufwändigen Betriebsprüfungen schützen.

Für die Vor-Ort-Kontrollen werden mit Hilfe des Programms solche Betriebe herausgefiltert, bei denen Nährstoff-Bedarf und -Aufkommen auseinandergehen.

Nachweis eines verbesserten Monitorings für den Gewässerschutz

Auch der von der EU geforderte Nachweis eines verbesserten Monitorings für den Gewässerschutz könne erbracht werden. „Mit ENNI können wir gegenüber der EU-Kommission belegen, dass in Niedersachsen bedarfsgerecht gedüngt wird“, erläutert der Kammerdirektor auch im Hinblick auf das drohende Anlastungsverfahren.

Der Europäische Gerichtshof hat Deutschland wegen der Verletzung von EU-Recht verurteilt, weil die Regierung zu wenig gegen Nitrat im Grundwasser unternommen habe.

ENNI-Datenbank: Blick in die Zukunft

Mit Blick in die Zukunft ermögliche ENNI weitere Optionen. So könnten durch noch zu entwickelnde Analysetools die Betriebsdaten vielfältig genutzt werden. „Das gilt zum Beispiel für andere behördliche Verfahren wie etwa den Nährstoffcheck für Baugenehmigungen“, präzisiert Harms.

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