Gülle-Düngung
Cornelia Krieg | am

Nitrat: Deutsche Umwelthilfe hat Klage gegen Niedersachsen eingereicht

Die Deutsche Umwelthilfe veklagt die Landesregierung Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf mehr Gewässerschutz. Ihre Begründung gab die Organisation heute in Berlin bekannt.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat heute Klage beim Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg gegen die Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen eingereicht. Sie stützt sich dabei auf die Vorschriften der Wasserrahmenrichtlnie (WRRL). Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) unterstützt das Vorhaben der DUH.

Klagegrund ist die Wasserrahmen-richtlinie

Die WRRL gebe vor, dass sich alle Gewässer in der EU in einem guten ökologischen und chemischen Zustand befinden müssen, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von  DUH und BUND. Doch der zulässige Nitrat-Grenzwert von 50 mg/l im Grundwasser werde an vielen Messstellen in der Region überschritten. Dafür sorgten die zu hohen Stickstoffeinträge, hauptsächlich aus landwirtschaftlichem Dünger. Die Böden in Teilen beider Bundesländer können die hohen Stickstoffeinträge nicht mehr aufnehmen, das Grundwasser wird dauerhaft belastet.

DHU: Niedersachsen zu klein für produzierte Güllemenge

In der Weser-Ems-Region, dem Zentrum der niedersächsischen Fleischproduktion, würden die meisten der fast 65 Millionen Masthühner und neun Millionen Schweine gehalten, heißt es weiter. Um die Massen an Gülle und Gärresten bedarfsgerecht auf die Felder auszubringen, müsste Niedersachsen laut Rechnung der DUH jedoch 200.000 Hektar größer sein.

Maßnahmenpaket gefordert

Aus Sicht der DUH sorgt eine fehlgeleitete Agarpolitik ohne klare Leitplanken für Umweltschutz und Tierwohl für die Überdüngung und den desolaten Zustand der Böden und Gewässer. Die DUH und BUND fordern die beklagten Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf, ein Maßnahmenprogramm für die Flussgebietseinheit Ems zu erstellen, das sicherstellt, dass der Grenzwert für Nitrat schnellstmöglich in allen Grundwasserkörpern eingehalten wird.

Konkret verlangen sie eine flächengebundene Tierhaltung von maximal zwei Großvieheinheiten pro Hektar. Der ökologische Landbau muss stärker als bisher bei der Umstellung und Vermarktung mit den richtigen Anreizen gefördert werden.

Das Niedersächsische Umweltministerium war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
 

Mit Material von DUH
Das könnte Sie auch interessieren