Holz ist nur dann ein umweltfreundlicher Brennstoff, wenn er gespalten und passend abgelängt in einem luftigen Lager gut durchtrocknen konnte.

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Gerold Tammen, LWK Niedersachsen | am

Öfen dürfen sauber weiterbrennen - das ist zu beachten

Auch wenn sie in Niedersachsen jetzt ein kurzes Comeback haben, kommt für manchen alten Holzofen spätestens 2024 das Aus. Doch ob alt oder neu – für eine saubere Verbrennung können Holzheizer selbst etwas tun.

Ausnahmesituationen erfordern Ausnahmereaktionen. So hat das niedersächsische Umweltministerium für Umwelt- und Energie kürzlich mit einem Erlass die befristete Wiederinbetriebnahme für bereits ausrangierte Kamin- und Holzöfen ermöglicht. Die Voraussetzung dafür ist:

  • Die Kleinfeuerungsanlage ist technisch noch einsatzbereit;
  • sie wurde von einer Schornsteinfegerin/ einem Schornsteinfeger überprüft;
  • eine vorhandene Gasfeuerungsanlage wird dadurch ganz oder teilweise ersetzt.

Die diesjährige Ausnahmeregelung hebt allerdings die in der 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) festgelegten Bestimmungen langfristig nicht auf. Sie gelten auch in Zukunft bundesweit.

 

Das versteht man unter "Kleinfeuerungsanlagen"

Unter dem Oberbegriff Kleinfeuerungsanlagen werden Heizkessel zusammengefasst, die durch die Verbrennung von Gas, Öl, Kohle aber auch Holz, Wärme für den Wohnbereich erzeugen.

Kamin- und Kachelöfen, die mit Scheitholz oder Holzpellets befeuert werden und nur einzelne Räume beheizen, nennt man Einzelraumfeuerungsanlagen. Davon gibt es deutschlandweit etwa 11 Millionen Stück.

In der Kritik stehen diese Anlagen immer häufiger, da sie im Gegensatz zu modernen, zentralen Holzfeuerungsanlagen wie Scheitholzvergaserkesseln und Pellet- oder Hackschnitzelfeuerungen, vergleichsweise hohe Emissionen verursachen können.

Frau befüllt Kaminofen - Eschenholz im Ofen?

In der Energiekrise: Mit Holzöfen Wärme erzeugen

In Zeiten der Energiekrise und mit Blick auf den nahenden Winter erfreuen sich diese Einzelfeuerungsanlagen momentan großer Beliebtheit. Denn selbst dann, wenn die Versorgung mit Gas nicht mehr sichergestellt sein sollte, lässt sich mit einem Holzofen, angenehme Wärme erzeugen.

Für einen Ofen, der als Einzelfeuerungsstätte eingestuft wird, gibt es andere Regeln und Gesetze, an die sich der Betreiber bzw. Haus- oder Wohnungsbesitzer halten muss, als bei zentralen Wärmeerzeugern. Für Einzelraumfeuerungsanlagen, die vor dem 22. März 2010 errichtet und in Betrieb genommen wurden, gelten seit dem Inkrafttreten der novellierten 1. BImSchV Übergangsregelungen für den Weiterbetrieb.

 

Diese Emissionsgrenzwerte müssen eingehalten werden

Im Rahmen der regelmäßigen Feuerstättenschau informieren Schornsteinfeger die Holzöfenbetreiber rechtzeitig darüber, wann ein Austausch oder eine Umrüstung der Einzelfeuerungsanlage erfolgen muss. Laut 1. BImSchV müssen Emissionsgrenzwerte eingehalten werden, die wie folgt nachzuweisen sind:

  • durch eine Bescheinigung bzw. Typenschild des Anlagenherstellers, über die Einhaltung von Grenzwerten für Staub (0,15 g = Gramm) und Kohlenmonoxid (4 g) je m³ Abgasluft auf dem Prüfstand oder
  • durch eine Messung am Aufstellungsort, durch den ortsansässigen Schornsteinfeger, ebenfalls unter Einhaltung der obigen Grenzwerte.

Können diese Nachweise nicht erbracht werden, greift weiterhin ein über zehn Jahre angelegtes Programm zur Nachrüstung oder Außerbetriebnahme der betroffenen Einzelraumfeuerungen. Diese Fristen enden zum Jahresende 2024 und orientieren sich an der Datumsangabe auf dem Typenschild.

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Diese Anlagen sind von der Sanierungspflicht ausgenommen

Bis zu deren Ablauf waren die einzelnen Anlagen in der Regel über 30 Jahre in Betrieb. Doch es muss nicht zur endgültigen Außerbetriebnahme und zum Austausch gegen eine neue Feuerung kommen.

Alternativ ist im gleichen Zeitraum auch eine Nachrüstung einer zugelassenen technischen Einrichtung zur Reduzierung der Abgaswerte möglich. Gänzlich von der Sanierungspflicht ausgenommen, sind laut BMUV:

1. nicht gewerblich genutzte Herde und Backofen unter 15 kW

2. offene Kamine

3. Badeöfen

4. Grundöfen aus mineralischen Speichermaterialien

5. Einzelraumfeuerungsanlagen in Wohneinheiten, deren Wärmeversorgung ausschließlich über diese Anlagen erfolgt.

6. historische Kamine und Öfen von vor 1950

Die Neuerrichtung oder Änderung einer Feuerstätte muss vor der Inbetriebnahme immer vom zuständigen Bezirksschornsteinfegermeister abgenommen werden.

So feuern Sie sauber

Darüber hinaus kann jeder Besitzer und Betreiber von Kamin- und Kachelöfen seinen eigenen Beitrag leisten, um in den Wintermonaten sich selbst und seine Nachbarschaft nicht unnötig mit Feinstaubmissionen zu belasten. Damit ist außerdem eine effiziente Wärmeerzeugung möglich, die gleichzeitig den Geldbeutel schont. Dazu zählen die Nutzung von:

  • gut getrocknetem und abgelagertem Brennholz (Wassergehalt < 20 %)
  • gespaltenen, für den Ofen nicht zu großen Holzscheiten
  • naturbelassenem Holz, nicht von Industrieholz wie Paletten oder Spanplatten
  • technisch einwandfreien Anlagen
  • ausreichender Luftzufuhr des Ofens.

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