Photovoltaik auf einem Stall, Windräder im Hintergrund
Christel Grommel | am

Potenzial von Agri-Photovoltaik nutzen

Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßt zwar grundsätzlich die Einbindung der Agri-PV als "besondere Solaranlage" in das EEG, sieht aber an verschieden Punkten Nachbesserungsbedarf.

Der DBV und das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE fordern vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um eine weitere EEG-Novelle, Agri-Photovoltaik – kurz Agri-PV – im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht auf Ackerflächen zu begrenzen. 

"Die Integration der Agri-PV in die EEG-Sonderausschreibungen ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagt Professor Dr. Andreas Bett, Leiter des Fraunhofer ISE. "Erforderlich sind jedoch zielgerichtete gemeinsame Anstrengungen, um aus der Nische in den Markt treten zu können. Andere Länder sind uns hier schon deutlich voraus."

Der Stellvertretende Generalsekretär des DBV, Udo Hemmerling, ergänzt: "Da herkömmliche Freiflächenanlagen mit erheblichen Eingriffen in Agrarstruktur und Umwelt verbunden sind, brauchen wir Lösungen wie die Agri-PV, die in bestehende Strukturen integriert werden kann und keine zusätzlichen Flächen verbraucht. Insbesondere für die Anwendung im Obstbau und bei Sonder- und Dauerkulturen sehen wir großes Potenzial für eine Doppelnutzung."

Landwirtschaftliche Produktion nicht unterordnen

Bett stellte klar: Eine in die landwirtschaftliche Produktion integrierte Photovoltaik müsse sich dieser unterordnen. Sie könne ihr sogar dienen, indem sie die Resilienz der Kulturen stärke. 

Hemmerling unterstützte diese Aussage: "Nur wenn die landwirtschaftliche Bewirtschaftung ohne nennenswerte Einschränkungen möglich bleibt, kommen die Vorteile der Agri-Photovoltaik wirklich zum Tragen."

Zur Vollendung der Energiewende müsse die heute installierte PV-Leistung vervielfacht werden, bei entsprechend hohem Bedarf an zusätzlichen Aufstellungsflächen. Die Agri-Photovoltaik verknüpfe die Solarstromproduktion mit der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte auf ein und derselben Fläche und ermögliche eine Doppelernte, so der DBV.

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