on_Lebensmittelmotten-Vorraete
Gudrun Göppert | am

Ratgeber: Lebensmittelmotten im Haus bekämpfen

Was ist zu tun, wenn Sie in ihrem Vorratsschrank Ungeziefer entdecken? Um welches es sich dabei handeln kann, weiß die Expertin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Gudrun Göppert. Wir haben ein paar Tipps für Sie.

Lebensmittelmotten sind Vorratsschädlinge, die überwiegend durch verunreinigte Lebensmittel in den Haushalt gelangen", so Göppert. "Sie lieben alle Arten von Körnern und Mehl, gehen aber auch an Nüsse, Samen oder Sonnenblumenkerne. Hierzulande sind überwiegend Mehlmotten, Kornmotten, der Mehlzünsler und die Dörrobstmotte zu finden. Herumfliegende Motten sind ein zweifelsfreier Hinweis auf einen solchen Vorratsschädling."

500 Eier pro Motte

Lebensmittelmotten durchlaufen die Entwicklungsstadien Ei, Larve, Puppe und Falter. Eine Motte legt bis zu 500 Eier, aus denen sich die Larven entwickeln, die eigentlichen Schädlinge. Die Larven sehen aus wie kleine, helle Maden, die auf der Suche nach Nahrung durch Schränke und Schubladen kriechen. Sie fressen sich auch durch Papier, Plastik- und Alufolie. In Abhängigkeit von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Nahrungsangebot dauert die Entwicklung von der Larve bis zum Falter 40 Tage bis drei Monate. Für die Verpuppung spinnen die Larven einen Kokon auf die Nährstoffe oder in nahe gelegene Verstecke. Aus ihnen schlüpfen die fertigen Falter. Diese leben ein bis zwei Wochen, paaren sich und legen Eier.

Unsere Tipps:

  • Ganz wichtig ist gründliches Reinigen
  • Werfen Sie befallene Lebensmittel sofort in die Restmülltonne.
  • Kontrollieren Sie sämtliche Küchenschränke und alle weiteren Vorräte. Wischen Sie Konserven mit Essigwasser ab, bevor Sie sie wieder einräumen.
  • Füllen Sie angebrochene Packungen in sichere Behältnisse wie Kunststoffbehälter oder Schraubgläser um.
  • Da die Raupen durch kleinste Öffnungen eindringen und sich durch dünnen Kunststoff beißen können, sollten ungeöffnete Packungen ebenfalls gründlich kontrolliert werden. Lagern Sie solche Packungen, wenn möglich, in Plastikboxen mit Deckel, bis keine Falter mehr zu sehen sind.

Möglichkeiten zur Bekämpfung?

  • Die Schädlinge können sich in Leisten, Ritzen, Spalten und dunklen Ecken verstecken. Beim Säubern von Ecken und Ritzen helfen Bürste und Staubsauger sowie Auswischen mit heißen Essigwasser und alles trocken zu fönen. Den Staubsaugerbeutel sollten Sie anschließend in der Restmülltonne entsorgen.
  • Trotz all der Maßnahmen kann es vorkommen, dass wieder Falter auftauchen. Diese können Sie mit Duftstofffallen (Pheromonfallen) fangen. Auf der Oberfläche dieser Fallen befinden sich Sexual-Lockstoffe und klebriger Leim. Werden diese Fallen (Karten aus Karton) im Schrank aufgestellt, lockt der Duftstoff die männlichen Falter an. Die Vermehrung wird somit unterbrochen.
  • Eine weitere Möglichkeit zur Bekämpfung von Lebensmittelmotten sind Schlupfwespen. Das sind winzig kleine Insekten, die es auf Motten beziehungsweise deren Eier abgesehen haben. Schlupfwespen sind ganz normal im Handel, in Form von kleinen Kärtchen erhältlich.
  • Befinden sich die Schädlinge hinter Holzdecken oder vertäfelungen, ist es ratsam, einen Kammerjäger zu Rate zu ziehen.
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Thema der Woche: Alpakas und Hunde als Beschützer für Legehennen in Freilandhaltung
  • Betriebsführung: Was kostet ein neuer Mitarbeiter?
  • Pflanzenbau: Düngeverordnung - Was gilt?

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen