Beregnung auf einem Maisfeld in Niedersachsen - Bewässern mit Abwasser?
Maren Diersing-Espenhorst | am

Regierung will Bewässern mit Abwasser ermöglichen

Die Nutzung von gereinigtem Abwasser zur Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen war vergangene Woche Thema im Landtag.

Mit einem Antrag forderten SPD und CDU, die Verwendung gereinigten Abwassers auf den Feldern in Pilotprojekten zu prüfen.

Derzeit werde gereinigtes Abwasser vor allem in Bäche und Flüsse geleitet. "In Gebieten mit angespannter Grundwassersituation kann die Verwendung von gereinigtem Abwasser ein geeignetes Instrument zur Bewältigung von Wasserknappheit sein", argumentieren die Parteien. Allerdings müsse das Wasser noch gründlicher gereinigt werden. Rückstände von Arzneimitteln, Biozide, Pestizide, Chemikalienrückstände und andere Stoffe aus häuslichem und industriellem Abwasser werden bislang nicht vollkommen in den kommunalen Kläranlagen aus dem Wasser herausgefiltert. Daher solle geprüft werden, ob der Einsatz einer weiteren Reinigungsstufe ausreiche, um das Abwasser für die landwirtschaftliche Bewässerung verwenden zu können.

Eine wissenschaftliche Begleitung solle die Effekte auf die Abwasserqualität und mögliche Abwasserverregnung bewerten. Gemeinsam mit Kläranlagenbetreibern, angrenzenden land- und forstwirtschaftlichen Betrieben sowie Trägern öffentlicher Belange wolle man dann Maßnahmenpläne erarbeiten. "Wasser ist ein schützenswertes Gut. Wir müssen mit dieser Ressource nicht nur sparsam umgehen, sondern auch dafür Sorge tragen, dass Abwasser vor dem Rückfluss in den Kreislauf hochwirksam gereinigt wird", so der CDU-Abgeordnete Frank Schmädeke in der Landtagsdebatte.

Erfahrungen im Osten Niedersachsens gut

Im östlichen Niedersachsen bei Braunschweig und Gifhorn gibt es bereits zwei Zweckverbände, die seit langem mit behördlicher Genehmigung sogenanntes Klarwasser aus der Kläranlage zur Feldberegnung nutzen, erklärte das Landvolk. Auflagen sorgen dafür, dass kein belastetes Abwasser auf die Felder gelangt. Die Erfahrungen seien aus Sicht der Landwirte gut, denn das System spare Grundwasser. "Der Antrag geht in die richtige Richtung, wenn es darum gehen soll, Umweltbeeinträchtigungen bei der Beseitigung von Klarwasser weiter zu vermindern", teilte das Landvolk mit. Die Risiken seien bei der Verwendung zur Beregnung sogar geringer als bei der Einleitung in Gewässer, da der Boden und seine natürlichen Fähigkeiten zum Abbau von problematischen Stoffen genutzt werde.

Mit Material von dpa
P1020148.JPG
Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • Hitze im Schweinestall vermeiden
  • Marktübersicht Teleskop- und Teleskopradlader
  • Futtermittelhygiene-Verordnung: Wichtiges zur Registrierung

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen