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Hilke Lehmann | am

Regionalfenster: Welche Vorteile gibt es für Landwirte?

Immer mehr Verbraucher wollen regionale Produkte kaufen. Umso wichtiger ist es für Erzeuger, Produkte kennzeichnen zu lassen, sie gezielt selbst zu vermarkten oder zusammen mit Kollegen. Wir haben uns umgeschaut.

Wer sicher gehen will, dass er regionale Lebensmittel einkauft, geht in der Regel bevorzugt in Hofläden sowie auf Bauern- bzw. Wochenmärkte. Seit einigen Jahren bieten auch Supermärkte und Discounter speziell gekennzeichnete regionale Produkte an. Eines der Label im Lebensmitteleinzelhandel ist das „Regionalfenster“, das es seit 2014 gibt.

Damit erhalten Verbraucher eine bundesweit einheitliche und verlässliche Kennzeichnung für regionale Produkte. Es handelt sich dabei um eine freiwillige Kennzeichnung, die dem Konsumenten auf einen Blick zeigt, woher die Hauptzutaten eines Produkts stammen und wo diese verarbeitet wurden.

Tausende regionale Produkte zertifiziert

5.000 Produkte wurden mittlerweile von der Regionalfenster Service GmbH in Bad Nauheim zertifiziert. Wichtig zu wissen ist, dass es sich dabei nicht um ein Güte-, sondern um ein Herkunftssiegel handelt. Der Anteil für Bioprodukte liegt bei zwölf Prozent. Allein 350 aller Produkte mit Regionalfenster gehören zur Kategorie Kartoffeln, das sind sieben Prozent.

Was ist die Definition für „Region“?

Die Region muss aus Sicht des Verbrauchers klar und eindeutig nachvollziehbar abgegrenzt sein. Dies können Landkreise, Regierungsbezirke oder Bundesländer sein oder es kann einen Kilometerradius um einen zu definierenden Ort angegeben sein.

Verbraucherbefragungen zeigen, dass zum Beispiel in kleinstrukturierten Regionen Süddeutschlands regionale Herkunft sehr viel kleinräumiger beschrieben wird als in Norddeutschland. Niedersächsische Verbraucher akzeptieren Produkte aus dem eigenen Bundesland als regional.

Für Niedersachsen gelten neben der direkten Ortsbezeichnung wie Papenburg als Regionsbezeichnungen: Altes Land, Niederelbe, Lüneburger Heide, Harz, Ostfriesland, Deutsche Nordseeküste und Teutoburger Wald.

Hier kann man sich beraten lassen

Neben der bundesweit agierenden Regionalfenster Service GmbH gibt es in Niedersachsen beratende Einrichtungen, die sich mit der Regionalvermarktung von landwirtschaftlichen Produkten und Lebensmitteln befassen.

Folgende Institutionen sind im öffentlichen Auftrag tätig. Sie können Informationen und Kontakte zu weiteren Einrichtungen vermitteln, insbesondere auch mit Vertretern bestehender Regionalinitiativen:

  • Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  • Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e. V.
  • Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen GmbH
  • im Internet unter: www.regionalfenster.de sowie regionalvermarktung-niedersachsen.de

Zusammenschließen, Produkte gemeinsam vermarkten

Zudem haben sich in den vergangenen Jahren Erzeuger in Niedersachsen zusammengeschlossen, um ihre Produkte zu vermarkten. Zum Beispiel vermarkten seit 2016 Produzenten aus Südniedersachsen ihre regionalen Produkte unter dem Label „Kostbares Südniedersachsen“.

Außerdem wurde 2019 ein „Landesverband Regionalbewegung Niedersachsen e. V.“ gegründet, dem knapp 30 Mitglieder aus den Bereichen Gastronomie, Direktvermarktung, Lebensmittelhandwerk, Regionalvermarktungsinitiativen, Naturschutzverbände, Lebensmittelhandel, Beratungsunternehmen und Kommunen angehören.

Darüber hinaus gibt es in Niedersachsen eine Vielzahl von Zusammenschlüssen unter Produzenten, wie zum Beispiel für Heidelbeeren (die blauen Höfe), Erdbeeren (die Pflückfrischen), Spargel, Ziegen, Schafen, Direktvermarktern oder Biobauern.

Strategisch planen

Viele Produkte tragen zur Identitätsbildung einer Region bei und werden seit Generationen hergestellt bzw. kultiviert. Durch die europäischen Verordnungen zum Herkunftsschutz können Erzeuger solche Produkte bei der Vermarktung schützen lassen. Wer plant, einen Antrag beim Bundespatentamt zu stellen oder die Umsetzung im Markt strategisch planen will, kann sich an Werner Detmering bei der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e. V. wenden (E-Mail: w.detmering@mg-niedersachsen.de, Tel. 0511-3487964). Er berät auch Gruppen und Initiativen, die sich mit der regionalen Vermarktung von Lebensmitteln und Agrarprodukten befassen und ein eigenes Projekt hierzu planen.

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