Emissionswerte-Außenklima-KTBL-B_CDL

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Christa Diekmann-Lenartz | am

Schweinestall mit Auslauf hat weniger Emissionen als geschlossener

Mit Spannung erwartet wurden die Ergebnisse des Projekts „EmiDaT“. Dabei wurden Emissionen von Auslauf-Schweineställen gemessen: Sie haben weniger Ammoniak-Emissionen als geschlossene Ställe.

Auch in Niedersachsen denken Schweinehalter darüber nach, ihre Ställe zu Außenklimaställen umzubauen oder sogar einen Auslauf anzubauen, um so die Vorgaben für höhere Haltungsstufen zu erfüllen und entsprechende Programme beliefern zu können. Neben der nach wie vor offenen Frage, wie die Produktion in höheren Haltungsstufen finanziert werden kann, stehen Um- oder Neubauplänen immissionsrechtliche Regelungen entgegen.

Ein Problem: Bisher wenig Daten vorhanden

Den Genehmigungsbehörden standen bislang keine gesicherten Emissionsdaten für Außenklima- oder Auslaufställe zur Verfügung. Es wurde in der Regel davon ausgegangen, dass offene Ställe höhere NH3-Emissionen haben als geschlossene, zwangsbelüftete Ställe.

Verschiedene Landkreise gehen beispielsweise von einem Aufschlag von 30 Prozent aus. Das hat zur Folge, dass für einen Stallumbau hin zu mehr Tierwohl die Tierzahl um mindestens 30 Prozent abgestockt werden muss, wenn es - rechnerisch - nicht zu einem Anstieg der Emissionen kommen darf. Diese Vorgehensweise dürfte jetzt auf den Prüfstand gehören.

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Um allen Genehmigungsbehörden rechtssichere Emissionswerte für Ställe mit Auslauf an die Hand geben zu können, hat das KTBL (Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V.) entsprechende Messungen durchgeführt im Rahmen des Projektes „EmiDat“. Die Ergebnisse hat das KTLB in der vergangenen Woche vorgestellt.

Das Wichtigste: Bei Schweineställen mit Auslauf kann ein Emissionsfaktor von 3,16 kg NH3 je Stallplatz und Jahr angesetzt werden. Für einen geschlossenen, konventionellen Stall liegt dieser Wert bei 3,64 kg NH3. Der ermittelte Wert war Dr. Brigitte Eurich-Menden zufolge der durchschnittliche Wert aller acht Ställe, an denen gemessen wurde. Die Forscherin stellte die Ergebnisse von EmiDat auf der Online-KTBL-Tagung vor.

Geht man also davon aus, dass in einem Stall, der umgebaut werden soll, mehrphasig und N-/P-reduziert gefüttert wird und die Tierzahl für die höheren Haltungsstufen ohnehin reduziert wird (, weil es mehr Platz je Tier geben muss), dürften die Chancen deutlich steigen, dass ein Stallumbau aus genehmigungsrechtlicher Sicht möglich ist. Das sind erst einmal gute Nachrichten!

So lief die Studie ab

So wurde das Projekt „EmiDat“ durchgeführt: Die Emissionsmessungen erfolgten in acht Schweinemastställen, regional über Deutschland verteilt. Vier dieser Ställe waren Auslaufställe mit planbefestigten, eingestreuten Böden im Auslauf. Vier Ställe verfügten über Spaltenboden im Auslauf. Die Entmistung der Ausläufe erfolgte bei den vier Betrieben mit planbefestigtem Auslauf manuell mittels Hofschlepper und mindestens zweimal pro Woche.

Die vier Ställe mit Spaltenboden waren freigelüftete Außenklimaställe, die im Stallinneren mit Liegekisten ausgestattet sind. Bei zwei dieser Betriebe waren im Auslauf Unterflurschieber angebracht. Dabei wird täglich unter den Spalten entmistet. Bei den anderen beiden Betrieben erfolgt die Reinigung des Güllekanals unter dem Auslauf in regelmäßigen Abständen.

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Wichtig: Management der verschmutzten Bereiche

Die durchschnittlichen Auslaufflächen in den Projektbetrieben lagen zwischen 0,4 und 1,3 m² pro Tier, waren also recht unterschiedlich. Ein Zusammenhang zwischen der Größe der Auslauffläche und der Ammoniakemissionsrate konnte nicht nachgewiesen werden. Der Grund liegt vermutlich darin, dass die Tiere in der Regel nicht den gesamten Auslauf als Kotfläche nutzen, sondern sie legen einen Kotplatz an. Dadurch ist die emittierende Fläche auch bei größeren Ausläufen begrenzt und führt nicht zu höheren Emissionen.

Wichtiger Ansatzpunkt zur Emissionskontrolle ist das Management der verschmutzten Bereiche:

  • Eine regelmäßige Reinigung und ausreichende Einstreu bei planbefestigten Ausläufen sind wichtige Maßnahmen, die Emissionen gering zu halten.
  • Bei Ausläufen mit Spaltenboden ist eine regelmäßige Reinigung der Spalten notwendig, wenn die Tiere den Kot nicht ausreichend durch die Spalten treten.
  • Auch der Einsatz eines Unterflurschiebersystems kann zu einer erheblichen zusätzlichen Reduktion der Emissionen beitragen.

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