Ein Traktor auf dem Feld
Ellen Hartmann | am

So begünstigen Bio-Betriebe die Bodenfruchtbarkeit

Schon über 50 Jahre halten sich Mitglieder von Bioland an genau sieben Prinzipien: darunter auch das Prinzip "Bodenfruchtbarkeit fördern". Denn gerade fruchtbare Böden sind Grundlage für den Biolandbau und gut fürs Klima.

Viele Landwirtinnen und Landwirte verzichten auf chemisch-synthetische Stickstoff-Dünger, um einen lebendigen, lockeren und auch leistungsfähigen Boden zu erhalten. So sorgen sie dafür, dass mit vielen verschiedenen Schritten der Humusgehalt erhöht, die Bodenstruktur verbessert und die Bodenfruchtbarkeit auf natürliche Art gefördert wird.

"Humus ist ein ständiger Prozess."

"Genauso wie die großen Nutztiere im Stall sollten auch die kleinsten landwirtschaftlichen Helfer artgerecht gehalten werden", sagt Bioland-Ackerbauberater Hans Schiefereder. "Sie brauchen Wärme, Wasser, Luft und Futter. Das alles bietet ihnen Humus – fein zersetzte organische Substanz. Aber Humus ist kein Endprodukt, Humus ist ein ständiger Prozess." Zudem würden Bioland-Böden aufgrund ihrer großen Humus- und Wurzelmasse viel Wasser speichern. Die dort wachsenden Pflanzen würden somit auch beständiger gegen Dürreperioden werden. Zusätzlich profitiere auch das Klima: denn die Böden würden viel Kohlenstoffdioxid einspeichern und dazu beitragen, den Eintrag von CO2 in die Atmosphäre zu reduzieren.

Was sind die sieben Prinzipien?

  1. Im Kreislauf wirtschaften
  2. Bodenfruchtbarkeit fördern
  3. Tiere artgerecht halten
  4. Wertvolle Lebensmittel erzeugen
  5. Biologische Vielfalt fördern
  6. Natürliche Lebensgrundlagen bewahren
  7. Menschen eine lebenswerte Zukunft sichern

Was bedeutet gesunder Boden?

Gesunder Boden setzt sich aus abgestorbenen Pflanzen, mineralischen Anteilen (Gestein) sowie aus Mikroorganismen zusammen, die dafür sorgen, dass der Boden fruchtbar ist. Im Biolandbau werden zum Beispiel nicht verwertbare Pflanzen in den Boden eingearbeitet, wo sie dann in Proteine, Zucker und andere Nährstoffe umgewandelt werden. Auch der Regenwurm ist ein besonderer Helfer und Gradmesser für eine gesunden Boden. Kommt er bei einer Spatenprobe zum Vorschein, ist das ein gutes Zeichen. Denn der Regenwurm zerlegt nicht nur abgestorbene Pflanzen, sondern verteilt sie auch an vielen Stellen. Durch seine Bewegungen sorgt er auch dafür, dass der Boden aufgelockert und durchlüftet wird. 

Vier Dinge, die gesunder Boden leistet

  • gesunder Boden speichert Wasser und dämpft extreme Niederschläge oder Trockenperioden. Er gibt aber auch Wasser an die Atmosphäre ab und reguliert das Mikroklima.
  • filtert Schadstoffe, die ins Grundwasser gelangen könnten und speichert Nährstoffe für die Pflanzen ein
  • bietet Pflanzen einen sicheren Standort und schützt vor Erosion
  • ist das perfekte Zuhause für Mikroorganismen und andere Bodenbewohner
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