Ein Mann mit einem Rollator.
Ellen Hartmann | am

So geht’s: Hilfsmittel bei der Krankenkasse beantragen

Wir haben für Sie ein paar Tipps zusammengestellt, damit Sie von Ihrer Krankenkasse schnell Hilfsmittel wie Rollstühle, Hörgeräte oder Rollatoren erhalten.

Zu Hilfsmitteln zählen nicht nur technische Produkte wie Prothesen oder Rollstühle, sondern auch Produkte, die dabei helfen, Medikamente in den Körper zu bringen, wie beispielsweise Infusionspumpen. Hilfsmittel sollen geistige oder körperliche Funktionseinschränkungen ausgleichen, so die genaue Definition der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG). 

Wer übernimmt die Kosten?

Grundsätzlich gilt, laut SVLFG, dass die Krankenkasse die Kosten für Hilfsmittel trägt – allerdings nur bis zu einem festgelegten Betrag (Festpreis) oder vereinbarten Preis. Eine Zuzahlung liegt bei zehn Prozent der Hilfsmittelkosten und beträgt zwischen fünf und zehn Euro. Wer sich jedoch für ein Produkt entscheide, welches die "medizinische Notwendigkeit" übersteige, der müsse möglicherweise einen Eigenanteil zuzahlen, heißt es weiter. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von diesen Zuzahlungen jedoch befreit. "Alle anderen zahlen höchstens zwei Prozent ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, abzüglich der Freibeträge für Kinder und Ehe- oder Lebenspartner", sagt die SVLFG. Hier gebe es auch eine Belastungsgrenze. 

Standardmodell oder doch Premiumprodukt?

Laut der SVLFG urteile die Gesetzliche Krankenkasse objektiv darüber, welche Hilfsmittel bewilligt werden. Dabei gehe es darum, ob die Produkte ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich seien sowie das Maß des Notwendigen nicht überschreiten würden. Selbst getragen werden müssten alle Leistungen, die nicht notwendig seien oder dem Komfort dienen würden.

Werden Brillen auch übernommen?

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren bekommen Kosten für Sehhilfen bis zum Festbetrag – also der festen Preisobergrenze – bezahlt. Kontaktlinsen werden allerdings nur in medizinisch notwendigen Fällen übernommen. Erwachsene haben einen Anspruch auf Brillen oder Kontaktlinsen, wenn ihre Kurz- oder Weitsichtigkeit bei mehr als sechs Dioptrien liegt oder sie eine Hornhautverkrümmung mit mehr als vier Dioptrien haben. Auch hier zahlt die Versicherung lediglich bis zum Festbetrag, das Brillengestell muss jedoch selbst gezahlt werden. Hierfür gibt es keine Kostenübernahme.

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