Bullenmast
Dr. Albert Hortmann-Scholten, LWK Niedersachsen | am

Steigende Erzeugerpreise für Rindfleisch in Sicht

Die heimische Rindfleischerzeugung sinkt, die Politik verunsichert den Handel. Eine Marktaussicht der LWK Niedersachsen.

Die innerdeutsche Rindfleischerzeugung sinkt. So kann vor allen Dingen der Bedarf an Edelteilen und hochwertigem Rindfleisch nicht gedeckt werden.

Hier entsteht eine Qualitätslücke, die zunehmend von Rindfleischerzeugern als auch von Fleischvermarktern als Marktchance erkannt wird. Voraussetzungen für steigende Preise in 2019 wären gegeben.

Politische Unsicherheiten

Das letzte Jahr des Jahrzehnts beginnt allerdings mit politischen Unsicherheiten, die die Lage an den Fleischmärkten im weiteren Jahresverlauf beeinflussen könnten.

Kälberschlachtkörper in einem Schlachthof

Derzeit laufen Verhandlungen über neue Handelsvereinbarungen mit den sogenannten Mercosur-Staaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay). Diese sollen in 2019 abgeschlossen werden. 
Die Südamerikaner liefern bereits jetzt mehr als 75 % des in die Europäische Union importierten Rindfleisches. Besonders problematisch ist, dass die Mengen nahezu ausschließlich aus hochwertigen Teilstücken bestehen und damit in Konkurrenz zu deutscher Ware stehen. 

Weitere Unsicherheiten birgt der Brexit. Sollte das Vereinigte Königreich am 29. März 2019 die Europäische Union ohne Handelsvereinbarungen mit einem harten Brexit verlassen, drohen der Fleischbranche auf beiden Seiten des Kanals große Marktverwerfungen. Nach Einschätzung von Analysten könnten die EU-Rindfleischexporte in das Vereinigte Königreich kurzfristig um 84 % sinken.  Irische Rindflesicherzeuger werden nach dem Brexit vermutlich mehr Fleisch auf den EU-Markt verkaufen wollen.

„Backstop-Lösung“ bei Brexit

Das Wort „Backstop“ ist dieser Tage eines der am häufigsten gebrauchten Begriffe in Brüssel. Die „Backstop-Lösung“ besagt, dass Großbritannien auch nach dem Ende der Übergangsphase im Dezember 2020 ein Teil der Zollunion der Europäischen Union sein wird und Nordirland noch im Europäischen Binnenmarkt verbleibt. Dieses Modell wird unter der Voraussetzung wirksam, dass bis dahin kein gemeinsames Handelsabkommen auf die Beine gestellt wurde. Mit dieser Lösung soll dann ein weiterer freier Warenverkehr garantiert und Grenzkontrollen zwischen Irland und Nordirland verhindert werden.

Positive Aussichten

Einen positiven Impuls könnte das zum 1. Februar in Kraft tretende JEFTA-Abkommen bringen. Das Abkommen zwischen der EU und Japan dürfte vor allem für die Agrarexporteure Europas Vorteile bringen.

Trotz aller Unsicherheiten bleibt der Ausblick 2019/2020 positiv. Marktexperten erwarten einen leicht zunehmenden Pro-Kopf-Verbrauch bei gleichzeitig etwas geringerer Bruttoeigenerzeugung.  Daher können Rindfleischerzeuger insgesamt zuversichtlich auf das neue Jahr schauen.

Die Analyse des Rindfleischmarktes und der Ausblick auf das neue Jahr lesen Sie in der aktuellen LAND & Forst Ausgabe 3

Produkte entdecken

Digitale Ausgabe

Jetzt bestellen
digitalmagazin

✓ Artikel merken und teilen

✓ exklusiv: Video und Audio

✓ Familienzugang

✓ 1 Tag früher informiert

Digitale Ausgabe

✓ Artikel merken und teilen
✓ exklusiv: Video und Audio
✓ Familienzugang
✓ 1 Tag früher informiert
 
Das könnte Sie auch interessieren

Inhalte der Ausgabe

  • In fünf Schritten zum Ökolandbau - eine Praxisanleitung
  • Sonnenblumenanbau: Tierfutter, Insektenrettung und ein schöner Anblick
  • Wie war es auf der Maschinenvorführung in Hausstette?
  • Lampen aus Kürbissen - Ein Besuch in der Kalebassenmanufaktur

JETZT DAS WOCHENBLATT KENNENLERNEN – GEDRUCKT ODER DIGITAL!

Reinschnuppern: 12 Ausgaben ab 10€

Jetzt bestellen