Steuer 2020: Euroscheine und Taschenrechner

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Christel Grommel | am

Steuerliche Erleichterungen für Land- und Forstwirte

Der Bundesrat hat heute das Jahressteuergesetz 2020 verabschiedet und damit auch Erleichterungen für Land- und Forstwirte beschlossen.

Julia Klöckner begrüßt die damit verbundenen steuerlichen Erleichterungen für Land- und Forstwirte, für die sich das Bundesministerium und die große Koalition stark gemacht hatten.

Besonders hervorzuheben sind die Änderungen zur Umsatzsteuer-Pauschalierung, § 24 UStG. Die Pauschalierung können danach weiterhin alle Betriebe bis zu einem Jahresumsatz von 600.000 Euro nutzen. Mit dieser Eingrenzung des Anwenderkreises wird ein wichtiger Schritt zu einer gütlichen Beilegung des von der EU-Kommission angestrengten Vertragsverletzungsverfahrens getan. Die Umsatzgrenze soll ab dem Jahr 2022 gelten.

Verbessert wird zudem die Möglichkeit, Investitionsabzugsbeträge nach § 7g Einkommenssteuergesetz zu nutzen. Im Raum stand zunächst eine einheitliche Gewinngrenze von 150.000 Euro – nunmehr ist eine Grenze von 200.000 Euro vorgesehen.

Mit dem Jahressteuergesetz werden außerdem wichtige Regelungen zur Förderung des Ehrenamts aufgegriffen. So sollen die Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale erhöht sowie die Freigrenze für Körperschaft- und Gewerbesteuer von 35.000 Euro auf 45.000 Euro angehoben werden. Zudem soll die "Ortsverschönerung" in den Katalog der gemeinnützigen Zwecke aufgenommen werden. 

DBV sieht positive und kritische Aspekte

Joachim Rukwied sieht die Neugestaltung und Flexibilisierung des § 7g EStG (Investitionsabzugsbetrag) zwiespältig: "Die Betriebe müssen in nächster Zeit gesellschaftlich geforderte zukunftsfähige Investitionen vornehmen. Daher hätte aus Sicht des Verbandes der bisherige Bezug auf den Wirtschaftswert die land- und forstwirtschaftlichen Betriebsbesonderheiten besser abgebildet. So belastet die Neuregelung die Liquidität der Betriebe, welche den Investitionsabzugsbetrag nicht mehr anrechnen können, erheblich."

Die Erhöhung der Investitionskosten von 40 auf 50 Prozent bewerte der DBV aber positiv. Zudem sieht der Verband auch die Notwendigkeit, die europäischen Vertragsverletzungs- und Beihilfeverfahren zu beenden. 

Der DBV hält es angesichts der deutlich gewachsenen Herausforderungen für Landwirte für unabdingbar, zumindest teilweise Entlastungen an anderer Stelle vorzusehen. Eine Entfristung der Tarifermäßigung gemäß § 32c EStG könne dies leisten.

Mit Material von BMEL, DBV

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