Einkauf von Bio-Tomaten
Anne-Maria Revermann | am

Studie: "Bio" muss regionaler werden und Social Media nutzen

Eine Studie hat ergeben: Junge Menschen sind unsicher, ob Bio drin ist, wo Bio draufsteht. Um die junge Konsumentengruppe zu gewinnen, braucht es ein gutes Konzept.

Eine Studie der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung hat ergeben, dass vor allem junge Menschen verunsichert sind, ob tatsächlich überall Bio drin ist, wo Bio draufsteht.

Experten sind sich einig: Es bedarf daher eine branchenweite Kampagne zum Ökolandbau. Hier sollen die Vorzüge und Besonderheiten, wie Klimaschutz und Biodiversitätserhalt, stärker als bisher kommuniziert werden.

Um gerade auch die junge Konsumentengruppe zu gewinnen, sei zudem auch der Aufbau regionaler Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen wichtig. Geeignet sei dazu besonders auch die Ansprache über Social Media  – mit Videos und Podcasts aus der Praxis.

Einkaufs-Treiber: Genuss und gutes Gewissen

Der Wunsch nach Genuss und das Bedürfnis, seinem Körper mit Bio-Produkten etwas Gutes zu tun, sind für junge Menschen zwischen 18 und 30 Jahren die wichtigsten Einkaufs-Treiber.

Mit Bio-Produkten verknüpfen sie positive Attribute, wie

  • hohe Tierwohlstandards,
  • Gesundheit,
  • Frische,
  • Umweltschutz.

Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt die vom Thünen-Institut durchgeführte BÖLN-Studie „JuBio“.

 

Regionale Lebensmittel emotional positiv besetzt

Personen, die keine Öko-Lebensmittel einkaufen, begründen das mit mangelndem Vertrauen, ob es sich tatsächlich um ein echtes Bio-Produkt handelt sowie mit hohen Preisaufschlägen.

Ein Großteil der Befragten bevorzugt stattdessen regionale Lebensmittel. Als Gründe hierfür wurden kurze Transportwege genannt, gepaart mit dem Wunsch, regionale Erzeuger zu unterstützen. Nach Ansicht des Forscherteams liegt das daran, dass der Begriff „regional“ emotional positiv besetzt ist.

Um auch Bio-Produkte positiv zu besetzen, fordern die Wissenschaftler unter anderem, dass auch „Bio“‘ regionaler wird. Neben einer klaren Herkunftsangabe auf der Verpackung sei es nötig, regionale Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen auszubauen.

Durch Social Media glaubwürdiger werden

Ziel müsse es vor allem sein, das Vertrauen der jungen Menschen in Bio-Produkte wieder zu stärken. Die Wissenschaftler regen eine branchenweite Informationskampagne an, die gemeinsam von Vertretern aus Bio-Branche und Politik getragen werden sollte.

Die Kampagne müsse zum einen Werte vermitteln, für die der Ökolandbau steht. Zum anderen gelte es, die Verlässlichkeit der Bio-Siegel herauszustellen. Wichtig sei darüber hinaus der Hinweis, dass für Bio-Produkte ein höherer Preis gerechtfertigt ist.

Um junge Erwachsene besser zu erreichen, sei die Nutzung moderner Medien wie Social Media mit Influencern und Bloggern zu empfehlen. Nur so sei eine hohe Reichweite und Wirksamkeit der Kampagne möglich.

Durch Einbinden der Expertise von Wissenschaftlern ließe sich die Glaubwürdigkeit der Video- und Podcastinhalte erhöhen. Aber auch Praxisberichte sehen die Experten als sinnvoll an, da sie Authentizität und einen persönlichen Bezug zum Ökolandbau herstellen.

Mit Material von BLE

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