Milchviehstall in England
Maren Diersing-Espenhorst | am

Studie zeigt: Ökolandbau sorgt für höhere Treibhausgase

Emissionsstudie aus Großbritannien: 100 Prozent Bioanbau würde zu deutlich höherem Ausstoß an Treibhausgasen führen.

Eine Umstellung auf 100 Prozent ökologischen Landbau in Großbritannien würde zu einem deutlichen Anstieg der Treibhausgasemissionen führen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die jüngst im Wissenschaftsmagazin Nature Communications veröffentlicht wurde.

Denn nach den Erkenntnissen der Autoren würden durch eine solche Umstellung der Produktion bis zu 40 Prozent weniger Lebensmittel im Land erzeugt. Wenn die Briten nicht gleichzeitig ihre Ernährung grundlegend ändern, müssten erheblich mehr Nahrungsmittel importiert werden. Das wiederum würde zu einem Nettoanstieg der Treibhausgasemissionen von 21 Prozent führen, berichtete agrarheute.

Ökologischer Landbau: Nettoemissionen höher

Die Autoren sagen dazu: „Die direkten Treibhausgasemissionen werden durch den ökologischen Landbau zwar verringert. Wenn aber die verstärkte Landnutzung im Ausland zum Ausgleich von Versorgungsengpässen im Inland berücksichtigt wird, sind die Nettoemissionen höher.“

Bioanbau: Deutlich weniger Nahrungsmittel

Eine verbesserte Kohlenstoffbindung im Boden bei Ökoanbau könne nur einen kleinen Teil der höheren Emissionen in Übersee ausgleichen. Der ökologische Landbau verursache in der Regel weniger Treibhausgasemissionen je erzeugtes Produkt – bis zu 20 Prozent weniger für Kulturpflanzen und etwa vier Prozent für Nutztiere.

Bioanbau produziere aber deutlich weniger Nahrungsmittel per Flächeneinheit, stellen die Wissenschaftler fest.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & FORST 46/18.

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