Ein Biobauer aus Bakum bestellt seinen Acker.
Ellen Hartmann | am

Unlautere Handelspraktiken: DBV fordert Überarbeitung

Die Richtlinie gegen Unlautere Handelspraktiken (UTP) soll in der Lebensmittelkette dauerhaft für gleiche Chancen sorgen. Jetzt fordert der Deutsche Bauernverband (DBV) Nachbesserungen.

Die im April 2019 erlassene Richtlinie vom EU-Parlament und der EU soll dafür sorgen, dass Landwirtinnen und Landwirte in Geschäftsbeziehungen fair behandelt werden. Dabei soll vordergründig vermieden werden, dass auf Landwirte Druck seitens des Lebensmittelhandels ausgeübt werden kann.

Was fordert der DBV?

"Aus Sicht der Landwirtschaft ist es problematisch, dass die geplanten Regelungen nur für Unternehmen bis zu einer Umsatzgröße von 350 Mio. Euro gelten sollen", so Bernhard Krüsken, Generalsekretär des DBV. "Viele von Landwirten getragene Vermarktungs- und Verarbeitungsbetriebe liegen oberhalb dieser Schwelle und sind mit solchen Handelspraktiken konfrontiert." Gründe für eine Erweiterung des Schutzbereiches seien daher der in den vergangenen Monaten gestiegene Preis- und Kostendruck in der Lebensmittellieferkette sowie der geringe Anteil der Landwirte an der Wertschöpfung. Zudem fordert der DBV die sogenannte Graue Liste (die Liste der bei ausdrücklicher Vereinbarung zulässigen Praktiken) als gesetzwidrig einzuordnen und der Schwarzen Liste hinzuzufügen.

Verhandlungen auf Augenhöhe

Krüsken: "Auch diese Praktiken sind in der Regel nicht das Ergebnis von Verhandlungen auf Augenhöhe, sondern beinhalten häufig eine einseitige Verschiebung des Risikos und der Kosten auf den schwächeren Lieferanten." Der DBV verlangt auch eine Überarbeitung der Regelung zur Umkehr der Beweislast. Hier sei es ein großes Hindernis für schwächere Lieferanten, Beweise für unlautere Praktiken vorzulegen und dabei anonym zu bleiben. Denn marktstarke Käufer seien viel eher in der Position, sich gegenüber den Behörden als aufrichtig darzustellen.

Mit Material von DBV

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