Trockenheit-Dürre-Mais
Anne-Maria Revermann | am

Versicherer und Bauernverband fordern mehr staatliche Hilfe für Bauern

Wegen anhaltender Dürreperioden fordern deutsche Versicherer eine Bezuschussung der Landwirtschaftlichen Mehrgefahrenversicherung.

Bei einer entsprechenden staatlichen Unterstützung wären die Versicherer in der Lage, auch eine erhöhte Nachfrage an Mehrgefahrenversicherungen zu bedienen“, sagt Jörg Asmussen, Mitglied der Geschäftsführung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Diese Policen würden alle Wetterrisiken einschließen, also auch Trockenheit.
Bislang sind erst etwa 0,02 Prozent der landwirtschaftlichen Anbaufläche in Deutschland gegen Dürre versichert.

Bezuschussung in anderen EU-Staaten bis zu 70 %

Trockenheit zählt bei Versicherern zu den sogenannten Kumulrisiken. Das bedeutet, sie kann mehrere Regionen gleichzeitig treffen und somit zu hohen Dürreschäden führen. Das wirkt sich auf den Preis der Policen aus - und für Landwirte kaum erschwinglich.

Da andere EU-Staaten bis zu 70 Prozent der Prämie übernehmen, hält der GDV daher eine Förderung auch in Deutschland für nötig, um Dürreabsicherungen stärker zu etablieren.

Frankreich, Italien, Spanien, Polen oder die Niederlande bezuschussen die Prämien mit bis zu 70 Prozent. Laut Erhebungen des GDV müsste hierzulande ein Betrieb mit 50 Hektar Fläche etwa 2.000 Euro pro Jahr weniger für eine Mehrgefahrenversicherung bezahlen, wenn der Staat die Hälfte des Beitrags übernehmen würde.

Staatliche Förderung wäre ein enormer Schritt nach vorne

Der Anreiz zum Abschluss einer Police wäre verglichen mit der jüngsten Steuersenkung erheblich größer. Die Bundesregierung hatte im Februar die Versicherungssteuer für die Gefahr „Trockenheit“ von 19 Prozent des Versicherungsbeitrags auf 0,03 Prozent der Versicherungssumme gesenkt. Für den Musterbetrieb mit 50 Hektar ist die Police damit um 300 Euro günstiger geworden. Nach Ansicht des GDV reicht das nicht aus, um die Mehrgefahrenversicherung für Landwirte attraktiv zu machen.

Mit diesem Schutz wären die Landwirte bei wetterbedingten Ertragseinbußen auch nicht mehr auf Ad-hoc-Hilfen der Politik angewiesen. Für die Planungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe im Europäischen Binnenmarkt wäre eine staatliche Förderung daher ein enormer Fortschritt.

DBV: Anschubfinanzierung von bis zu 500 Millionen Euro nötig

Der Deutsche Bauernverband (DBV) pocht auf ebenfalls auf die Einführung einer sogenannten Mehrgefahrenversicherung, damit sich Landwirte gegen die Folgen des Klimawandels absichern können. Dafür sei eine Anschubfinanzierung von Bund und Ländern nötig - und zwar jährlich 400 Millionen bis 500 Millionen Euro für mindestens die ersten drei Jahre, so DBV-Präsident Joachim Rukwied.

Die Versicherung solle freiwillig sein und es den Landwirten ermöglichen, das Risiko etwa extremer Wetterlagen selbst zu reduzieren. Den Aufbau einer solchen Versicherung könne die Landwirtschaft alleine nicht stemmen.

 

Mit Material von GDV, dpa

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