vertikale Windkraftanlage - was müssen hausbesitzer dazu wissen?

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Dr. Olaf Zinke | am

Vertikale Windturbinen kaufen: Alles, was Hausbesitzer wissen müssen

Am Anfang steht der Wunsch nach autonomer Energieversorgung. Hausbesitzer suchen in der Energiekrise nach Möglichkeiten, sich unabhängig von den Versorgungsrisiken bei Strom und Gas zu machen. Und natürlich die hohen Energiekosten zu drücken.

Ein Star am Himmel der individuellen Lösungen zu einer weitgehend autonomen Energieversorgung sind – neben privaten Solaranalgen - Vertikale Windturbinen (VAWT). Sie können (und sollten) auch als Ergänzung zu einer privaten PV-Anlage auf dem Dach gedacht werden – vor allem, wenn die Sonne nicht scheint, wie jetzt im Winter.

Das Problem ist jedoch: Die Leistungsfähigkeit kleinerer vertikaler Anlagen wird in der Regel überschätzt. Hinzu kommt: Obwohl Onlineportale voll von Angeboten für Vertikale Windturbinen (VWAT) sind, ist die Zahl der Anbieter in Deutschland überschaubar, die neben einer leistungsfähigen Turbine auch noch Aufbau und Service anbieten und die außerdem schon länger Erfahrung mit den VWATs haben.

Vor dem Kauf müssen sich Hausbesitzer darüber klar werden, welche Möglichkeiten der Einsatz einer vertikalen Windturbine überhaupt bietet und welche Voraussetzungen nötig sind. Dazu muss man natürlich seinen eigenen Strombedarf kennen und die Leistungsdaten der potentiell einsetzbaren Windkraftanlagen.

Laut einer Studie zur Nutzung vertikaler Kleinwindkraftanlagen in Bayern liegt der Jahresstromverbrauch eines typischen deutschen Einfamilienhauses bei etwa 3.500 kWh. Geht man davon aus, dass eine Windkraftanlage über das gesamte Jahr durchgehend Strom erzeugt, entspricht das einer benötigten Leistung dieser Anlage von etwa 4 kW, sagt etwa die auf vertikale Windkraftanlagen spezialisierte deutsche Firma Luvside.

Standort, Windgeschwindigkeit, Rotorgröße – messen und nachrechnen

Hersteller von vertikalen Windanlagen sagen außerdem, dass eine Reihe von Faktoren Einfluss auf die Konzeption und Leistungsfähigkeit der Anlagen haben. Dazu gehören unter anderem die Rotorgröße und die Windgeschwindigkeit, von denen der Leistungsertrag einer Windkraftanlage direkt abhängig ist.

Zur eigenen Standorteinschätzung sollte man deshalb präzise Windmessungen durchführen. Für eine grobe Konzeption einer Anlage legen Hersteller durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten von 4 m/s zu Grunde. Diese entspricht in Deutschland einem Gebiet mit mäßigem bis mittelstarken Wind und dient zu einer groben Orientierung.

Legt man also die 4 m/s zu Grunde und betrachtet die oeben genannten 4 kW als die gewünschte Leistung, so ergibt sich, dass eine Windkraftanlage, die diesen Bedarf komplett decken will, eine Windfläche von ganzen 172 qm abdecken muss, haben die Experten von Luvside ausgerechnet.

Konkret würde das bei horizontalen Windkraftanlagen einen Rotordurchmesser von 14,7 Metern bedeuten. Bei vertikalen Anlagen nach Savonius- oder Darrieus-Prinzip ergibt sich bei einer Rotorhöhe von 4 Metern ein erforderlicher Durchmesser von 43 Metern, sagen die Experten von Luvside.

Stellt man sich eine solche Windkraftanlage für sein Haus vor, wird schnell klar, dass es nicht möglich ist, einen durchschnittlichen deutschen Haushalt in durchschnittlichen Windverhältnissen mit marktüblichen Kleinwindkraftanlagen komplett autark zu versorgen.

Windturbinen machen nicht autark – helfen aber dabei

Die oben genannten Daten dürften viele potentielle Interessenten entäuschend sein, sie sind aber wichtig, wenn man eine private Windkraftanlage für sein Haus anschaffen möchte.

Punkt 1 ist: Wer eine wirkliche Entlastung bei der Stromversorgung plant, für den kommen die am Markt dominierenden kleinen Modelle eigentlich nicht in Frage. Grund ist, dass die Leistung eben auch von der Größe bzw. Leistungsfähigkeit der Anlage abhängt.

Punkt 2: Entscheidend für die mögliche Leistung ist auch die Standortwahl. Die wichtigste äußere Einflussgröße für die Leistung einer Windkraftanlage - egal ob vertikal oder horizontal - ist die Windgeschwindigkeit. Durch umstehende Gebäude, Bäume und andere Hindernisse werden die Windgeschwindigkeit und die Position der Anlage massiv beeinflusst. Experten empfehlen deshalb unbedingt eine Windmessung.

Fakt ist also: Alle Interessenten müssen vor dem Kauf einer Anlage unbedingt alle oben gennannten Daten prüfen, um Enttäuschungen zu vermeiden. Experten sagen zudem: Mit einer privaten Windturbine wird man kein gesamtes Einfamilienhaus versorgen können. In Kombination mit einer Solaranlage sieht das schon anders aus. Aber man kann das Haus teilversorgen oder in windstarken Gebieten möglicherweise auch ein Elektroauto aufladen.

Mit Material von luvside
Windrotoren mit vertikaler Achse

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