Weihnachtsbaumkugeln und Tannengrün auf einem Holztisch
Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Weihnachten ohne Bauern?

Was wäre die Adventszeit ohne Landwirte, fragt Maren Diersing-Espenhorst, Chefredakteurin der LAND & FORST.

Moin liebe Leserinnen und Leser, was wäre die Adventszeit ohne Landwirte? Auf den Weihnachtsmärkten wäre nicht viel los. Es gäbe keine Bratwürstchen, keine Pommes, kein Schmalzgebäck, keinen Glühwein und keine Lebkuchenherzen. Es wäre doch alles recht trostlos.

Landwirte trugen frohe Botschaft in die Welt

Ginge man ein bisschen weiter zurück in der Historie, könnte man auch feststellen, dass es gar kein Weihnachten gäbe! Denn der Engel ist Hirten – also Bauern – auf dem Felde erschienen, um ihnen von Jesu Geburt zu berichten – keinem Journalisten. Es waren also Landwirte, die die frohe Botschaft in die Welt trugen.

Ohne sie wüssten wir im Zweifelsfall nicht, dass Jesus geboren wurde. Denn sie suchten die Heilige Familie auf, um sich ein Bild zu machen und ihn zu ehren. Sie fanden Jesus in einem Stall, also in einem landwirtschaftlich genutzten Gebäude.

Er lag in einer Krippe – anders gesagt, in einem Futtertrog für Nutzvieh. Ohne diese Informationen gäbe es in den Kirchen keine Weihnachtskrippen und der Tannenbaum würde vermutlich auch fehlen.

Seien Sie stolz auf Ihren Berufsstand

Betrachtet man Weihnachten einmal so, finde ich, dass Sie, liebe Landwirtinnen und Landwirte, ganz schön stolz auf Ihren Berufsstand sein dürfen, denn ohne Sie sähe dieser schöne Feiertag wohl ganz anders aus.

Sie sorgen für unsere Lebensmittel und, wie wir besonders in den vergangenen Monaten feststellen durften, für unsere Nachrichten. Durch die Demonstrationen haben die Landwirte es geschafft, auf ihre Nöte aufmerksam zu machen.

Dabei kam rüber, dass es ihnen in der Regel nicht um mehr Geld, sondern um Wertschätzung und Respekt ihnen und ihrer Arbeit gegenüber geht.

Nöte sachlich und emotional transportiert

Natürlich ist die finanzielle Situation auf vielen Betrieben nach drei klimatisch schwierigen Jahren angespannt. Aber wirklich belastend für die bäuerlichen Familien ist das scheinbar schlechte Ansehen der Landwirtschaft in der Gesellschaft. Das war auf den unterschiedlichen Demonstrationen und Kundgebungen deutlich zu spüren.

Die Teilnehmer haben es geschafft ihre Nöte nicht nur sachlich, sondern auch emotional zu transportieren. Und genau das, so scheint es, ist bei vielen Mitbürgern und politischen Vertretern nun auch angekommen.

Jedenfalls sah sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Pflicht, einen Agrargipfel einzuberufen, in dessen Rahmen sie zusicherte, dass Bauern bei weiteren Anforderungen zum Umwelt- und Klimaschutz einbezogen würden. Ob und wie dies der Fall sein wird, wird sich zeigen.

Ich persönlich hoffe aber auf das Beste. Denn jetzt ist die Zeit der Hoffnung und der guten Wünsche. Ihnen und Ihren Familien wünsche ich einen schönen 3. Advent und eine besinnliche Weihnachtszeit mit ein wenig Zeit für- und miteinander.

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