Ceresaward 2019 Siegerbild
Christel Grommel | am

Ceres Award: Niedersachsen sechs Mal im Finale vertreten

Es ist wieder so weit: agrarheute ermittelt im Rahmen des CeresAward die besten Landwirte und Landwirtinnen des Jahres 2021.

Der mit 10.000 Euro dotierte CeresAward gilt als die höchste Auszeichnung in der Landwirtschaft und wird in diesem Jahr zum 9. Mal von agrarheute verliehen. Es können sich alle landwirtschaftlichen Betriebe im deutschsprachigen Raum bewerben, die sich mit Kreativität, Engagement und fachlicher Expertise in einem herausfordernden Umfeld nachhaltig behauptet haben.

Aus Niedersachsen haben sich für das Finale sechs Landwirte qualifiziert.

Schweinehalter sorgen für Tierwohl

Torsten Deye aus Haschenbrok (Kategorie Schweinehalter)

Torsten Deye bewirtschaftet einen konventionellen Schweinezucht- und Mastbetrieb mit rund 800 Schweinen in der kleinen Bauernschaft Haschenbrok im Landkreis Oldenburg. Vor drei Jahren hat er sein Stallsystem komplett umgebaut, um den Sauen, Ferkeln und Mastschweinen ein hohes Maß an Tierwohl zu bieten. Letztere zum Beispiel stehen in einem Offenstall, in dem sich die Tiere mit Außenklimareizen, eingestreuten Liegeflächen und einem doppelten Platzangebot wohl fühlen. Vermarktet werden die "Haschenbroker Landschweine" als Gourmetfleisch. Neben dem Direktverkauf am Hof hat der 49-jährige Landwirt mit dem regionalen Metzgerbetrieb "Bauer & Metzger" einen Partner gefunden, der ihm den Mehraufwand fürs Tierwohl honoriert.

Tim Friedrichs aus Hilgermissen (Kategorie Schweinehalter)

Tim Friedrichs ist Schweinehalter mit Leib und Seele. Der 41-Jährige aus Hilgermissen, etwa 40 km südlich von Bremen, bewirtschaftet einen Betrieb mit Ferkelerzeugung, Schweinemast und Ackerbau. Er arbeitet im geschlossenen System mit 170 Muttersauen, sowie 800 Ferkelaufzucht- und 1.660 Mastplätzen. Um seinen Schweinen mehr Tierwohl zu bieten, hat der Landwirt sich etwas Besonderes ausgedacht: Er hat den 2015 fertiggestellten Aufzucht- und Maststall mit einem selbst konstruierten Erdwärmetauscher ausgestattet. Der ermöglicht eine bessere und umweltfreundlichere Stallklimatisierung. Der Lohn sind gesunde Tiere und niedrigere Energiekosten. Für dieses Geothermieprojekt wurde Tim Friedrichs 2020 mit dem Innovationspreis Tierwohl der Initiative Tierwohl ausgezeichnet.

Innovative Unternehmerinnen

Maren Jänsch aus Eldagsen (Kategorie Unternehmerin)

Fruchtig, nicht zu süß und natürlich eisgekühlt ­- so schmeckt der Kürbissekt von Unternehmerin Maren Jänsch. Auf ihrem Betrieb, dem Eldagser Hoflieferant, ist alles auf Kürbis eingestellt. Wie sehr sie dieses Gemüse liebt, erkennt man schnell auf ihrer Internetseite. Leckere Rezepte und spannende Informationen rund um den Kürbis hat sie dort zusammengestellt. Auf 98 Hektar baut sie 120 verschiedene Sorten neben Mais, Weizen und Kartoffeln an. Viel Handarbeit ist angesagt, wenn sie die Früchte von der Aussaat bis zur Ernte pflegt. Pflanzenschutzmittel setzt sie so wenig wie nötig ein. Die Vermarktung hat Maren Jänsch selbst aufgebaut. Die Direktvermarktung auf dem Hof läuft genauso gut wie die Abnahme über den Lebensmitteleinzelhandel.

Hjördis Plate aus Otterndorf (Kategorie Unternehmerin)

Wer bei Hjördis Plate sein dry aged Rindfleisch kauft, der weiß ganz genau, von welchem Tier es kommt. Im Sommer 2016 kaufte die Landwirtin eine Herde Galloways. 300 Tage im Jahr stehen die rund 100 Rinder auf der Weide. Wie viel Respekt Hjördis vor ihren Tieren hat, wird in der Haltung, der Vermarktung und sogar bei der Schlachtung deutlich. Sie fährt ihre Rinder selbst zum Fleischermeister und bleibt bei ihnen bis zum Schluss. Der Transportweg beträgt höchstens 40 Minuten. Damit jedes Stück vom Gallowayrind verwertet wird, bietet die Unternehmerin Cowsharing an. Dabei teilen sich Fleischliebhaber Anteile des Galloway-Rinds und bekommen am Ende das Fleisch von ihrem eigenen Tier.

Zukunftsweisende Biobetriebe

Johannes Müller aus Gleichen-Etzenborn (Kategorie Junglandwirt)

Die Welt von Johannes Müller dreht sich um Gemüse, Kartoffeln und Getreide. Als er 2017 in den Biobetrieb seiner Familie einstieg, hätte er sich darauf ausruhen können. Doch das reichte ihm nicht. Nach dem Motto "Was gut ist, kann noch besser werden" entwickelt er zukunftsweisende Ackerbaustrategien für seinen Betrieb. Dafür arbeitet er mit Firmen aus der Agrarbranche sowie den Universitäten Göttingen und Kassel zusammen. Darüber hinaus lässt sich der 27-Jährige auch neue Strategien für die Vermarktung von Kohl, Karotten und anderen Kulturen einfallen. So gibt es bei ihm unter anderem bunte Möhren fürs Schulobst, spezielle Ofenkartoffeln für das türkische Gericht Kumpir mit Rezeptideen und auch gelbe Beete – die Beete ohne Sauerei in der Küche.

 

Friedrich Bohm aus Stöckendrebber (Kategorie Biolandwirt)

Bohm ist seit 27 Jahren Bioland-Bauer aus Überzeugung. Sein Talent liegt auf dem Acker: Dort baut er Mais an, Bio-Kartoffeln für Knusperkroketten sowie Roggen, Dinkel und Weizen für die hofeigene Bäckerei. Für den passionierten Ökolandwirt gib es nichts Spannenderes als den Weg seines Getreides vom Samenkorn über das Pflanzenwachstum bis zum fertigen Nahrungsmittel. Unkraut wird nicht weggespritzt, sondern ausgehackt. Hier probiert er vieles aus, um die beste Behandlung seins Getreides zu erreichen. Die Vollkorn-Spezialitäten seiner Backstube Bundschuh verkauft er im nahegelegenen Hannover auf Wochenmärkten und über seine drei Verkaufsmobile.

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