Drohne mit Propellern
Janina Schuster | am

Drohnen für die Zukunft der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft muss sich zukunftsfähig aufstellen – und digitaler werden. Unterstützt wird sie von technischen Innovationen und Landwirten, die sie in der Praxis zur Anwendung bringen. Die Drohne gehört zweifelsohne dazu.

Drohnen haben Einzug in den Alltag von Landwirtinnen und Landwirten gefunden. Das beweisen allein die vielen Meldungen über gerettete Rehkitze während der Mahd sehr anschaulich. Doch auch in anderen Bereichen sind die fliegenden Datensammler überaus hilfreich. Wie sehr, das möchte Ingold Römer im Projekt "EXPRESS" herausfinden. Der Wirtschaftsinformatiker der Universität Leipzig ist Projektmanager bei EXPRESS und als IT-Experte vertraut mit technischen Innovationen. Derzeit steuert er Drohnen über Weinberge und Obstplantagen und erprobt so mit seinem Team Lösungen für die Zukunft der Landwirtschaft. Genauer gesagt für den nachhaltigen und effizienten Pflanzenbau. Was genau jedoch können Drohnen erfassen, wenn sie über Weinberge fliegen?

Die Technik hinter den Innovationen

Mit unterschiedlichen Multispektral- oder Infrarotkamerasystemen sammeln Drohnen Informationen über die Reben. Komplexe IT-Systeme verarbeiten die gesammelten Daten und tragen so zu einem umfassenden Pflanzenmonitoring bei. Der Pflanzenzustand, aber auch Pflanzenkrankheiten im Weinberg können so genauestens bestimmt werden. Die Konsequenz: ein zielgerichteter Einsatz von Dünger, Pflanzenschutzmittel und Wasser. Die Winzerinnen und Winzer können auf die Daten vom Büro aus zugreifen und sich auf das Tablet oder Smartphone laden. Doch dies ist nicht der einzige Einsatzzweck von Drohnen. Die fliegenden Helfer können einige Arbeiten, die früher von Hand erledigt wurden, übernehmen. So sind Sprühdrohnen in der Lage den manuellen Arbeitsaufwand im Weinbau zu minimieren.

Ressourcenschonend wirtschaften

Doch kann digitale Technologie auch aktuelle Probleme in der Landwirtschaft lösen? Dazu zählen Themen wie der Klimawandel und die damit verbundenen Wetterextreme. Bei der Automatisierung von Prozessen in der Landwirtschaft und dem Einsatz von Robotik und künstlicher Intelligenz auf allen Ebenen der landwirtschaftlichen Produktion, ist es möglich ressourcenschonender zu wirtschaften. Dafür stehen diverse unterschiedliche Lösungen im Bereich des Smart Farmings bereit. So ist es beispielsweise möglich mittels GPS, Navigationssatellitensystemen und Luftbildern Karten in hoher Auflösung zu erstellen, die einzelne Faktoren abbilden. Damit können Ertrag, Geländeeigenschaften, Bodenfeuchte oder Humus- und Stickstoffgehalt im Boden dargestellt werden.

Wo innovative Erkenntnisse auf langjährige Erfahrungen treffen

Bereits jetzt sind die Technologien des Smart Farmings auf landwirtschaftlichen Betrieben im täglichen Einsatz. Bis sie jedoch flächendeckend genutzt werden, wird es wohl noch ein Weilchen dauern. Vielen Landwirten fällt es schwer, die verschiedenen Lösungen in die eigene Betriebsumgebung zu integrieren. Dort prallen innovative wissenschaftliche Erkenntnisse auf über Generationen weitergereichtes Erfahrungswissen und müssen verzahnt werden. Nicht immer ist dies so einfach. Hinzu kommt, dass die individuellen Bedingungen vor Ort häufig auch individuelle Lösungen benötigen. Auch dort setzt das Projektteam an: ein systematischer Wissenstransfer für den zielgerichteten Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis.

Mit Material von Institut für Wirtschaftsinformatik
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