Brötchen in einer Bäckerei kommen aus dem Ofen

Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Meinung | Maren Diersing-Espenhorst | am

Die Energiekrise muss dringend gelöst werden

In der Energiekrise muss etwas geschehen, damit Betriebe nicht insolvent werden und Landwirte weiter die Lebensmittelversorgung sicherstellen können.

Moin liebe Leserinnen und Leser, es gibt eine „Kaufzurückhaltung“. Dadurch seien Bäcker, Bio- oder Blumenläden nicht automatisch insolvent, aber sie hörten auf zu produzieren und zu verkaufen. So äußerte sich Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck vergangene Woche in der ARD-Talkshow „Maischberger“.

Die Aussagen des Wirtschaftsministers irritierten nicht nur die Moderatorin Sandra Maischberger, sondern die gesamte Nation. Unter dem #Gestammel machten sich viele Twitternutzer Luft und fragten beispielsweise: „Was macht Habeck eigentlich hauptberuflich?“ Andere kommentierten mit „Die Bäckerseele kocht“, sprachen von #Habeckinsolvenz oder antworteten sarkastisch mit „mein Humor“.

Wie sollen Betriebe die Energie bezahlen?

Zum Lachen ist die Angelegenheit aber ganz und gar nicht. Gerade erst haben die Bäckereien in Niedersachsen gegen die enorm ansteigenden Energiepreise protestiert, indem sie das Licht ausließen. Die Bäcker-Innung hatte zu der Aktion aufgerufen, da sie damit rechne, dass sich die Gaspreise für die häufig familiengeführten Handwerksbetriebe bis zum kommenden Jahr versiebenfachen werden. Lebensmittelläden und Betreiber von Supermärkten zerbrechen sich den Kopf darüber, wie sie ihre Kühltheken, Tiefkühltruhen und Kühlhäuser betreiben sollen, ohne Insolvenz anzumelden - oder anders gesagt, ihren Zahlungsverpflichtungen weiterhin nachzukommen.

Landwirtschaft verzweifelt an den Preisen

Auch in der Landwirtschaft verschärft sich die Situation immer weiter. Zwar steigen derzeit die Preise für Milch, Weizen, Gerste und Co., aber auch die Kosten für Gas, Strom, Diesel, Futter- und Düngemittel schießen durch die Decke. Mittlerweile sorgen die extrem hohen Gaspreise dafür, dass sogar die Düngeindustrie nach staatlichen Hilfen ruft, um die Produktion irgendwie aufrecht zu erhalten. Viele Unternehmen haben ihre Werke bereits runtergefahren oder die Produktion von Dünger, Ammoniak und AdBlue stark reduziert. Diese Produktionskürzungen und die gleichzeitig steigenden Kosten lassen die Düngerpreise in die Höhe schnellen und die Landwirtinnen und Landwirte verzweifeln.

Politik muss für bezahlbare Energie sorgen

Dabei sind sie es, die die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln sicherstellen sollen. Aber auch auf den Höfen laufen die Kosten aus dem Ruder. Dazu kommen fehlende Sicherheiten und Perspektiven. Es ist also nicht verwunderlich, dass viele Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter über alternative Einkommensquellen, wie den Ausbau der erneuerbaren Energien, nachdenken. Die Energie wird dringend benötigt – aber eben auch Lebensmittel. Ich möchte nicht erleben, dass Europa zum Importeur von Lebensmitteln wird. Mein Appell an die Politik ist daher: Die Landwirtinnen und Landwirt mögen nur 2 Prozent der Bevölkerung sein, aber sie versorgen 100 Prozent. Sorgen Sie, liebe Politikerinnen und Politiker, bitte dafür, dass sie dies weiterhin können, ohne den Betrieb – gewollt oder ungewollt – aufgeben zu müssen.

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