Experten gehen davon aus dass die Nachhaltigkeitsstrategien der EU-Kommission in Deutschland zu Ertragsrückgängen führen werden.

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Ellen Hartmann | am

Folgen des Green Deal: Starke Ertragseinbußen zeichnen sich ab

Laut einer aktuellen Folgenabschätzung wird es aufgrund der Nachhaltigkeitsstrategien der EU-Kommission zu deutlichen Ertragsrückgängen kommen. Betroffen sind vor allem der Anbau von Weizen, Raps, Zuckerrüben und Hopfen.

Im Rahmen der länderspezifischen Folgenabschätzung hat die Universität Wageningen im Auftrag von diversen Organisationen, wie unter anderem dem Pflanzenschutzdachverband CropLife Europe, den Effekt der Farm-to-Fork- sowie der Biodiversitätsstrategie auf die Produktion bestimmter Kulturen analysiert.

Sorgen Nachhaltigkeitsstrategien für Ertragsrückgänge?

Dieser Untersuchung zufolge könnte sich der durchschnittliche Ertrag von Weizen, Raps und Zuckerrüben deutschlandweit um jeweils 15 Prozent reduzieren, sollte der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und der Nährstoffverlust um je 50 Prozent verringert und auf 10 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche Landschaftselemente angelegt werden. Bei Hopfen macht das gleiche Szenario einen Verlust von 26 Prozent aus. 

Weiter zeigen Modellrechnungen für den Weizen-, Zuckerrüben- und Maisanbau in Frankreich auf Ertragsrückgänge von 11 Prozent beziehungsweise 10 und 7 Prozent hin. Bereits im Oktober 2021 hatten niederländische Expertinnen und Experten der EU-Kommission Berechnungen vorgelegt, die auf deutliche Auswirkungen des Green Deal hinwiesen. 

Auswirkungen des Green Deal

So prognostizieren die niederländischen Wissenschaftlern für Weizen eine Reduzierung des Nettoexports um 67 Prozent auf 11,1 Millionen Tonnen. Gleichzeitig, so die Berechnungen, würden sich die Nettoimporte von Raps und Mais um 98 Prozent auf 6,0 Millionen Tonnen beziehungsweise um 208 Prozent auf 15,7 Millionen Tonnen erhöhen. 

Nach Angaben des Industrieverbandes Agrar (IVA) sei Innovation entscheiden für den Erfolg des Green Deal. IVA-Hauptgeschäftsführer Frank Gemmer erklärte, dass die prognostizierte Produktionsverlagerung deckungsgleich mit einer Verlagerung der Umwelteffekte wie Biodiversitätsverluste oder Treibhausgasemissionen sei, jedoch nicht mit deren Reduktion. 

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"Eine echte Verbesserung kann nur über kluge und angepasste Einsparstrategien sowie durch Innovationen und den Einsatz neuer Technologien erreicht werden", so Gemmer. "Dafür braucht es klare politische und regulatorische Rahmenbedingungen, damit nachhaltige innovative Lösungen schnell in der Praxis ankommen und genutzt werden können." Die grundlegenden Ziele der F2F-Strategie würden nämlich von der agrochemischen Industrie in Deutschland und Europa ausdrücklich begrüßt werden. Denn die Mitgliedsunternehmen würden sich als Teil der Lösung für eine nachhaltige Zukunft der Landwirtschaft sehen und in neue Technologien investieren. Zusätzlich würden sie Innovationen vorantreiben und dazu beitragen wollen, eine sichere Nahrungsmittelproduktion und Umweltschutz in Einklang zu bringen. 

Mit Material von AgE

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